| Munitionsmerkbuch - XII. Pulver und Kartuschen |
| AHM. 1940 |
| 226. Sparsamkeit im Verbrauch des Pulvers beim Schießen |
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Die allgemeine Lage auf dem Gebiete der Pulverfertigung zwingt zum sparsamsten Ver-brauch des Pulvers beim Schießen. Als Maßnahmen hierfür gelten: |
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Sparsamkeit im Gebrauch der Munition, unnötigen Verbrauch und Mißbrauch von Pul-ver (Hülsenkartuschen) vermeiden. |
| 2. |
Beim Schießen ist stets die kleinste Ladung zu wählen, mit der sich der Gefechts-zweck erreichen läßt – s. Schußtafel. Regeln für die Wahl der Ladung –. |
| 3. |
Nicht gebrauchte Teilladungen sammeln und sofort zurückgeben. |
| 4. |
Sonderkartuschen und große Ladungen zur Erreichung größerer Schußweiten nur nach dem tatsächlichen vorliegenden Bedarf anfordern. |
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Die Truppe muß mit allen Mitteln zu diesen Maßnahmen erzogen und in bestimmten Zeit-abschnitten immer wieder hierauf hingewiesen werden. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 13.2.40 – 1497/40 – AHA/Jn 4 (II). |
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Beim Planschießen mit tschech. Geschützen können Abweichungen von den erwarteten Schußweiten auftreten. Durch Nachprüfungen ist festgestellt, daß diese Abweichungen nichts mit der Güte der Schußtafeln oder den Grundstufen zu tun haben, sondern in un-bekannten Verschiedenheiten der Pulverlieferungen liegen. |
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Es sind für die Zukunft Maßnahmen ergriffen worden, daß die Bestände der tschech. Mu-nition nach Pulverserien gesondert werden. |
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Bis zur Auswirkung dieser Maßnahme muß die Truppe nach Möglichkeit für eine Schießauf-gabe immer nur das Pulver einer Lieferung verwenden. |
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Um ein Mißlingen von Planschießen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Schießgrundlagen mit einem Geschütz (Arbeitsgeschütz) außer nach dem eigentlichen Ziel auch nach einem sichtbaren Planziel zu errechnen und durch Bilden einer 50 m-Gabel nachzuprüfen. Der er-schossene Unterschied ist entsprechend H.Dv. 200/6 Ziffer 218 umzurechnen und als zu-sätzliche Verbesserung für die errechnete Entfernung zum Ziel zu nehmen. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 11.4.40 – 3034/40 – AHA/Jn 4 (III). |
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– Einfluß des Pulveraufbaus und des Bleidrahts –. |
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1. Zur Durchführung einer Schießaufgabe sind nach Möglichkeit zu verwenden: |
| a) | Ladungen, die den gleichen Pulveraufbau aufweisen, |
| b) | entweder sämtliche Ladungen mit Bleidraht oder |
| sämtliche Ladungen ohne Bleidraht. |
| 2. Wenn die für eine Schießaufgabe vorgesehene Anzahl Schüsse |
| a) |
aus Kartuschen mit Bleidraht und aus Kartuschen ohne Bleidraht bestehen |
| oder | |
| b) | verschiedenen Pulveraufbau aufweisen, |
| so treten vorher nicht zu bestimmende V0-Streuungen auf. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 4.7.40 |
78 c 51 |
AHA/Jn 4 (II d) |
| 6460/40 |
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1. Stark verkupferte Rohre der l.F.H. 16 sind durch 3 mit Bleidrahtbeilage vorbereitete scharfe Schüsse mit 5. Ladung zu entkupfern. |
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2. Hierzu werden je 2 Bleidrahtringe zu 10 g nach Entfernen des Kartuschdeckels auf die Teilkartusche 5 gelegt und der Kartuschdeckel wieder fest aufgesetzt. |
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3. Diese Hülsenkartuschen sind durch die Aufschrift "mit Bleidraht" zu kennzeichnen. |
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4. Beim Verschießen ist damit zu rechnen, daß diese 3 Schuß mit Bleidrahtbeilage und die nachfolgenden 10 Schuß mit normaler Hülsenkartusche (möglichst 5. oder 4. Ladung) eine größere Streuung ergeben. |
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5. Die nach diese Maßnahme noch im Rohr verbleibenden Kupfer- und Bleireste sind unter Aufsicht des Truppenwaffenmeisters mit einer Reinigungsbürste mit Borstenbüscheln aus Stahldraht nach Ziff. 7 zu entfernen. Jede Art.Abt. des Feldheeres mit l.F.H. 16 hat um-gehend eine Reinigungsbürste unter Angabe der ge-nauen Versandanschrift beim Heeres-Zeugamt Naumburg anzufordern. |
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6. Die Batterien mit l.F.H. 16 fordern je 100 Bleidrahtringe zu 10 g unter Angabe ihrer Feldpostnummer bei der H.Ma. Bernterode an. Bei eintretendem weiteren Bedarf sind die Bleidrahtringe mit der Munition auf dem Dienstwege anzufordern. |
| 7. Anweisung zum Gebrauch der Reinigungsbürste: |
| a) |
Reinigungsbürste auf die zusammengesetzte Wischerstange (Linksgewinde) auf-schrauben oder an der Zugöse ein entsprechend langes Tau befestigen. Vorhandene Tauketten bzw. Stahlbeschläge sind, um Beschädigungen im Rohrinneren zu vermei-den, mit Lappen zu umwickeln. |
| b) |
Geschütz nach Unterlegen von Hemmkeilen gegen den Radreifen festlegen. |
| c) |
Reinigungsbürste von der Mündung aus durch das Rohr ziehen. Zum Durchziehen sind 6 bis 8 Mann erforderlich. Beim Einlauf der Bürste in das Rohr müssen die Bürs-tenkörper genau mit den Zügen übereinstimmen. Reichhaltig Öl auf die Bürste auf-tragen ! Abtropfendes Öl auffangen ! |
| d) |
Zwei- bis dreimaliges Durchziehen der Bürste genügt nach den bisherigen Erfahrun-gen. |
| e) |
Rohr nach jedem Durchziehen untersuchen. Die Reinigung nur so lange fortsetzen, bis das Rohr wieder sauber ist und glatte Flächen zeigt. |
| f) |
Sollte die Bürste den Rohrwerkstoff angreifen, Reinigung sofort einstellen und ent-standene Beschädigungen unmittelbar an O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d. E.) AHA/Jn 4 melden. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 17.8.40 – 77 d –Jn 4 (II/III d). |
| AHM. 1941 |
| 24. Behandlung von Kartuschen bei Kälte. |
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Nachstehende Richtlinien sind bei der Truppe zum Gegenstand des Unterrichts und wie-derholter Belehrung zu machen: |
| 1. |
Die Kartuschen sind vor starker Kälte, Wind, Schneefall, Regen, Nebel und Tau durch Abdecken zu schützen. In Haardecken hüllen ! |
| 2. |
Es ist zu vermeiden, stark ausgekühlte Kartuschen in wärmere Räume zu bringen, da sich sonst Feuchtigkeit auf den Kartuschen niederschlägt. Folge: Kurzschüsse. |
| 3. | Kartuschen stets auf saubere Unterlage stellen. |
| 4. | Sonderkartuschen bis zum Laden im Behälter belassen ! |
| 5. |
Ebenso wie von Sand, Erde und ähnlichen Verunreinigungen sind die Kartuschen von anhaftendem Eis zu befreien. |
| 6. |
Bei Werfer-Munition besonders Punkt 1 bis 3 beachten, da sich Feuchtigkeits- und Kälteeinflüsse in hohem Maße auswirken. |
| 7. |
Nichtbeachtung der Hinweise kann zur Zerstörung des Gerätes und zur Gefährdung der eigenen Truppe aber fast immer die Kampfwirkung. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 20.12.40 – 74 c 10/93 –AHA/Jn 4 (II d). |
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Zur Kennzeichnung der verschiedenen Ladungsaufbauten der l.F.H. 18 und s.F.H. 18 wer-den nachstehende abgekürzte Bezeichnungen festgesetzt: |
| s.F.H. 18: |
| Ladungsaufbau aus Gudol-Pulver 1. bis 6. Ladung | = | GU | |
| Sonderkart. 7 und 8 (Diglykol-Röhrenpulver) | = | DR | |
| Ladungsaufbau aus Diglykol-Blättchen und -Ringpulver 1. bis 8. Ladung | = | D | |
| Ersatz Ladungsaufbau aus Nitroglyzerin-Pulver 1. bis 8. Ladung | = | NG | |
| Aushilfsladungsaufbau aus Nitrozellulose-Pulver 1. bis 8. Ladung | = | NZ | |
| Aushilfsladungsaufbau aus Diglykol-Streifenpulver 1. bis 6. La-dung | = | DST |
| l.F.H. 18: |
| Ladungsaufbau aus Gudol-Pulver | = | GU | |
| Ladungsaufbau aus Diglykol-Blättchenpulver | = | D | |
| Ersatz-Ladungsaufbau aus Nitroglyzerin-Pulver | = | NG | |
| Aushilfs-Ladungsaufbau aus Nitrozellulose-Pulver | = | NZ | |
| Aushilfs-Ladungsaufbau aus Diglykol-Streifenpulver | = | DST |
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Die Abkürzungen werden in der Größe der Teilkartuschnummer mit schwarzer Stempel-farbe auf die einzelnen Teil- und Sonderkartuschen je nach dem freien Raum neben oder oberhalb der Nummer aufgestempelt. |
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Auf den Kartuschdeckel und den Deckel der Sonderkartuschen wird die Bezeichnung mit weißer Deckfarbe aufgetragen. |
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Mit der Bezeichnung wird am 1.4.1941 begonnen. Alle von diesem Tage ab gefertigten Kartuschen der beiden Geschützarten erhalten diese Kennzeichnung. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 15.2.41 – 1120/41 g –AHA/Jn 4 (II c). |
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Die vorgelegten Erfahrungsberichte über – G – Pulver geben zu folgenden Bemerkungen Anlaß: |
| 1. |
Nachstehend wird deshalb ein Merkblatt über – G – Pulver bekanntgegeben. Die Kenntnis dieses Merkblattes ist für die Artillerie wichtig, damit auswertbare Kriegser-fahrungen auf dem Pulvergebiet und somit Hinweise für die Weiterentwicklung ge-sammelt werden. |
| 2. |
Die Pulverbezeichnungen sind in den Rohrbüchern richtig und vollständig einzutra-gen. Die Truppe hat Erfahrungen über – G – Pulver zu sammeln. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 8.3.41 – 1729/41 geh –AHA/Jn 4 (II c). |
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Merkblatt über – G – Pulver. |
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1. Das – G – Pulver in Kartuschen ist daran zu erkennen, daß sich in der Mitte der Pulver-bezeichnung der Buchstabe – G – zwischen Gedankenstrichen befindet, z.B. |
| – G 1 – (. . . . . . . . .). |
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2. Die V0 nimmt bei Verwendung von – G – Pulver selbst bei größeren Schußzahlen nur sehr langsam ab. |
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3. – G – Pulver schießt ohne Mündungsfeuer. Der dunkelrote kleine Ballen ("Feuer an der Mündung") ist nur zu sehen, wenn keine Mündungsfeuer auftritt und infolge seiner ganz geringen Leuchtkraft ohne Bedeutung. Falsch ist es, ihn als kleines Mündungsfeuer zu be-zeichnen. |
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4. Infolge der Mündungsfeuerfreiheit des – G – Pulvers fallen bei dessen Verwendung Kar-tuschvorlagen weg. Ihre Verwendung würde die Streuung verschlechtern. |
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5. Für diese Entwicklung auf dem Pulvergebiet ist die Stellungsnahme zu folgenden Fra-gen wichtig: |
| a) |
Ist die Erhaltung von äußerster Reichweite, Panzerdurchschlagsleistung und Grund-stufen bei Verwendung von – G – Pulver vorteilhaft in Erscheinung getreten ? |
| b) |
Wie hat sich die Mündungsfeuerfreiheit gegen feindliche Erd- und Luftaufklärung be-währt ? |
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Der Inhalt des Merkblattes muß den Geschützführern, Feuerwerkern und Munitionsunter-offizieren bekannt sein. |
| 6. Erfahrungsberichte werden gelegentlich eingefordert werden. |
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693.
Kennzeichnung der Kartuschen mit verschiedenen Ladungsaufbauten |
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Zur Kennzeichnung der verschiedenen Ladungsaufbauten des 21 cm Mrs. 18 werden nachstehend, abgekürzte Bezeichnungen festgesetzt: |
| Ladungsaufbau aus Gudolpulver, 1. bis 5. Ladung | = | GU | |
| Ladungsaufbau aus Diglykol-Blättchen und Ringpulver,1. bis 5. Ladung | = | D | |
| Sonderkartusche 6 (Diglykol-Röhren-Pulver) | = | DR | |
| Ersatzladungsaufbau aus Nitroglyzerin-Pulver 1. bis 6. Ladung | = | NG |
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Die Abkürzungen werden in 20 mm Höhe in schwarzer Stempelfarbe auf die einzelnen Teil- und Sonderkartuschen rechts von der senkrecht stehenden Teilkartuschnummer aufge-drückt. |
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Auf den Kartuschdeckel und den Deckel der Sonderkartuschen ist der Kennbuchstabe auf den Inhaltszettel mit schwarzer Farbe aufgetragen. |
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Mit der Bezeichnung wird am 1.7.1941 begonnen. Alle von diesem Tage an gefertigten Kartuschen des 21 cm Mrs. 18 erhalten diese Kennzeichnung. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 1.7.41 – 7556/41 –AHA/Jn 4 (Mun II b). |
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1. Beim Verschießen von Hülsenkartuschen der l.F.H. 18 mit Vollstahlhülse 6342 St und Nitroglyzerinpulver muß mit frühzeitigen Ausbrennungen in den Rohren der l.F.H. 18 ge-rechnet werden. Das Rohrinnere ist daher beim Verfeuern dieser Hülsenkartusche laufend zu überwachen. |
| 2. Ausgebrannte l.F.H. 18-Vollrohre sind auszutauschen, wenn |
| a) |
der im Dichtungskegel des Ladungsraumes durch Ausbrennungen entstandene ring-förmige Kanal an einer Stelle etwa 10 mm breit und etwa 8 mm tief, |
| oder | |
| b) |
die Kartuschhülsen beim Auswerfen klemmen, weil der vordere Hülsenrand beim Schuß in den Ausbrennungskanal gedrückt wird, |
| oder | |
| c) |
die Bedienung bei geschlossenem Verschluß durch zurückschlagende Pulvergase und Stichflammen gefährdet wird, |
| oder | |
| d) |
Verschluß und Bodenstück durch zurückschlagende Pulvergase und Stichflammen beschädigt werden. |
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3. Mit den ausgebrannten l.F.H. 18-Vollrohren sind stets die dazugehörigen Rohrbücher (1. und 2. Ausfertigung) und Aufnahmemaßtafeln für das gebrauchte Rohr (Teil A mit Teil B) abzugeben. |
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4. Zur Sicherstellung eines ausreichenden Nachschubes ist es erforderlich, daß die aus-gebrannten l.F.H. 18-Vollrohre mit den in vorstehender Ziffer 3 genannten Unterlagen be-schleunigt zurückgesandt werden. Es wird daher angeordnet: |
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Ausgebrannt l.F.H. 18-Vollrohre sind nach dem Auswechseln von der Truppe an den nächsten Art.-Park abzugeben. Die Vers.Bezirke veranlassen umgehende Rückführung zu den H.Za. Königsberg, Posen oder Breslau. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst. u. Bd.d.E.), 11.10.41 – 73 b –Fz Jn/Jn 4 (S I e). |
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1129.
Grundstufen für 15,5 cm s.F.H. 17 (p) |
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Infolge der uneinheitlichen und unterschiedlichen Leistung der alten Beutepulver der 15,5 cm s.F.H. 17 (p) und der 15,5 cm s.F.H. 414 (f) werden bei diesen Geschützen zu-nächst keine Grundstufen erschossen. Planschießen mit diesem Geschütz können daher nur dann durchgeführt werden, denn die Truppe selbst gemäß HM. vom 7.12.39 Nr. 878 behelfsmäßig die Leistung der Geschütze mit der für das Planschießen zu verwendenden Pulverlieferung bestimmt. Sonst kann nur mit Beobachtung geschossen werden. |
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Es ist wichtig, für eine Schießaufgabe nur Pulver einer Lieferfirma zu verwenden, da beim Übergang von einer Lieferung zur anderen große Unterschiede in der Lage des mittleren Treffpunktes auftreten können. Soweit neue Pulverlieferungen zur Abnahme kommen, werden diese in die Leistung aufeinander abgestimmt. Die neuen Lieferungen sind daran zu erkennen, daß sie hinter der auf dem Kartuschbeutel aufgedruckten Lieferung die Be-zeichnung "(gem.)", das heißt "gemischt", tragen. Z.B. Pi 40/1 (gem.). |
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Sobald die alten Beutepulver aufgebraucht sind und die Truppe einheitlich die neuen Pul-verlieferungen hat, können die Grundstufen durch die leichten V0- Meßtrupps ermittelt und Planschießen durchgeführt werden. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 23.10.41 |
74 c 50 |
AHA/Jn 4 (Mun I b) |
| 13708/41 |
| 1. Bei großer Kälte möglichst nicht mit großer Ladung schießen ! |
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2. Muß unbedingt mit großer Ladung geschossen werden, so sind vorher einige Schüsse mit kl. und mitll. Ladung abzugeben. Hierbei ist bei Haubitzen, die Sonderkartuschen ha-ben, als mittl. Ladung die höchste Ladung zu verstehen, die ohne Verwendung einer Son-derkartusche abgegeben werden kann. |
| 3. Die Kartuschen sind vor großer Kälte zu schützen ! |
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4. Zur Bekämpfung weit entfernter Ziele möglichst Geschütze einsetzen, mit denen die gefordert Schußweite mit kleinen oder mittleren Ladungen erreicht werden kann ! |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 20.12.41 |
74 c 50/90 |
AHA/Jn 4 (Mun III b) |
| 16687/41 |
| AHM. 1942 |
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411. Besondere Vorkommnisse beim Schießen mit der s. 10 cm K. 18. |
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1. Jede Hülsenkartusche darf nur eine Grundladung haben. Vor jedem Schießen ist daher genauestens zu überprüfen, daß sich in der Kartuschhülse keine angeklebte Grundladung befindet, sofern bereits eine Grundladung an der Teilkart. 1 oder Sonderkart. 3 angehef-tet ist. In solchen Fällen ist die angeklebte Grundladung aus der Hülse zu entfernen. |
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2. Vor jedem Schießen mit großer Ladung sind bei großer Kälte mindestens 2 Schuß mit kleiner oder mittlerer Ladung zu verfeuern. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 29.4.42 |
74 c 70/90 |
AHA/Jn 4 (Mun III b) |
| 5996/42 |
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Bei den Beutelkartuschen lockert sich durch Transporte usw. der Kartuschbeutelstoff. Hierdurch wird die Ladefähigkeit und somit eine schnelle Ladefolge teilweise behindert. Um dies zu vermeiden, müssen die Beutelkartuschen vor dem Verschießen nochmals straff nachgebunden werden. |
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Dieser Nachteil der Beutelkartuschen muß in Kauf genommen werden; er kann vorläufig auf eine andere Art nicht behoben werden. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 20.8.42 |
74 c 50 |
Jn 4 (Mun I b) |
| 14577/42 |
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Um den Einfluß verschiedenartiger Pulverlieferungen, verschiedenartiger Kartuschhülsen und verschiedenartiger Führungsbänder auf die Geschoßstreuung auszuschalten, ist fol-gendes zu beachten: |
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Für einen Schießauftrag sind nach Möglichkeit nur Ladungen (Vor- und Hauptkart.) gleicher Pulverlieferung, Kartuschhülsen gleicher Fertigungsart und Geschosse mit glei-chen Führungsbändern |
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zu verwenden. Sonst entstehen unregelmäßige, größere Streuungen, durch die die schnelle Erfüllung des Schießauftrages und somit der Erfolg in Frage gestellt wird. |
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Die Pulverlieferungen sind aus den Ausschriften der Kartuschdeckel oder der Teilkartu-schen zu ersehen. |
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Zwingen Munitions- und Gefechtslage dazu, Kartuschen verschiedener Pulverlieferungen usw. zu verwenden, so müssen die vergrößerten Streuungen bei Durchführung eines Schießauftrages in Rechnung gezogen werden. |
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Bei schwersten Geschützen, bei denen zugeladen wird, ist die V0-Mittelbildung nur dann richtig, wenn vorstehender Hinweis beachtet wird. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 23.10.42 |
73 o |
Jn 4 (Mun I E) |
| 18574/42 |
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Es wird erneut darauf hingewiesen, bei jedem Munitionsempfang, hauptsächlich aber vor jedem Schießen, die Munition auf ihre Richtigkeit zu überprüfen und bei getrennter Muni-tion festzustellen, daß die Teilkartuschen vollzählig, richtig und brauchbar (vor allem trocken) sind. |
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Nicht verschossene Hülsenkartuschen mit verminderter Ladung müssen sofort wieder auf volle Ladung gebracht werden. |
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Es ist verboten, mit anderen Ladungen als den in den Schußtafeln angegebenen und vor-geschriebenen zu schießen. Jedes eigenmächtige Zuladen gefährdet Gerät und Bedie-nung. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 24.10.42 |
74 c 70/90 |
Jn 4 (Mun III b) |
| 17542/42 |
| AHM. 1943 |
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41.
Einführung des Ladungsaufbaues der 7,62 cm J.K.H. 290 (r) |
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Für die 7,62 cm Sprgr.Patr. 39/2 und die 7,62 cm Gr.Patr. 38/2 Hl/B der 7,62 J.K.H. 290 (r) – russ. 27 – wird als vorläufiger Ladungsaufbau eingeführt: |
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etwa 500 g Gu.Bl.P. – AO – (4 · 4 · 0,6) |
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einschließlich 1 Stützrohr aus Digl.Kr.R. – 10,5 – (260 · 14/12) |
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+ 10 g Nz.Man.R.P. (1,5 · 1,5) als Beildg. |
| Das Ladungsgewicht wird vorläufig für jede Lieferung erschossen. |
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Mit dem einzuführenden Ladungsaufbau und bei einer Pulvertemperatur von + 10° C errei-chen: |
| a) | die Sprgr. 39 eine schußtafelmäßige V0 = 387 m/s, |
| b) | die Gr. 38 Hl/B eine schußtafelmäßige V0 = 400 m/s. |
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Bei- und Hauptladung sind im gewirkten Schlauchbeutel (GW-Schlauch) laboriert. |
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O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 28.12.42 |
74 c 12/14 g |
Jn 4 (Mun I) |
| 15575/42 g |
|
190.
Einführung des Digl.R.P. – G 0,75 – (450 X 3,1/1,5) |
| Für die kleine und mittlere Ladung der |
|
s. 10 cm K, 18 (T) |
|
lg. 10 cm K. (T) |
| wird an Stelle des eingeführten |
|
Digl.R.P. – G 0,5 – (450 · 3,1/1,5) |
| das |
|
Digl.R.P. – G 0,75 – (450 · 3,1/1,5) |
| eingeführt. |
| Irgendwelche ballistische Änderungen treten dadurch nicht ein. |
|
Das Digl.R.P. – G 0,75 – (450 · 3,1/1,5) hat gegenüber dem Digl.R.P. – G 0,5 – (450 · 3,1/ 1,5) den Vorteil der Mündungsfeuerfreiheit auch in Rohren mit hoher Schußbelastung. |
|
Deckblätter zur H.Dv. 119/411 werden voraussichtlich Anfang März 1943 erscheinen. |
|
O.K.H. (Ch.H.Rüst u. B.d.E.), 8.2.43 |
74 c 12/14 g |
Jn 4 (Mun I) |
| 1638/43 g |
| Hinweise |
|
L.- und S.-Munition |
|
Lfd.Nr. |
Inhalt |
Seite |
| 1. | Kartuschvorlage des s.J.G. 33. AHM. 1940/85 | 19 |
| 2. | Kartuschvorlage des s.J.G. 33. AHM. 1941/119 | 20 |
| 3. | 8 cm Wgr.Patr. 39. AHM. 1941/443 | 21 |
| 4. | 5. Ldg. für den s.Gr.W. 34 (8 cm). AHM. 1942/317 | 23 |
| 5. | 5 cm Wurfgr.Patr. 41. AHM. 1941/336 | 24 |
| 6. | Kartuschvorlage für le.J.G. 18 und le.Geb.J.G. 18. AHM. 1942/1005 | 26 |
| 7. | Kartuschvorlage s.Gr.W. 34 (8 cm). HVBl. 1943/C/177 | 30 |
| 8. | Entkupferungsbeilage bei 4,7 cm Pak (t). AHM. 1941/781 | 38 |
| 9. | Schießen mit kleiner Ldg. der le.F.K. 18. AHM. 1941/203 | 59 |
| 10. | Treibladung für 10 cm Nb.W. 35. AHM. 1941/183 | 71 |
| 11. | Treibladung für 10 cm Nb.W. 40. AHM. 1941/876 | 72 |
| 12. | Treibladung für 10 cm Nb.W. 40. AHM. 1941/1184 | 72 |
|
13. |
Kart.deckel Abhebevorrichtung. AHM. 1943/232 |