H. Verdampfer mit ZünderVI. Hinterteil
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
V. Der Maschinenraum

J. Maschine

(Abb. 79 – 88)

Die Maschine setzt die Energie des Gas-Dampfgemisches in Drehbewegung der Treib-schraubenwellen um. Sie ist als liegende Maschine mit zwei doppeltwirkenden Zylindern mit Schiebersteuerung gebaut. Die Kolben arbeiten über zwei Kreuzköpfe auf zwei sich gegenläufig drehende Kurbelwellen. Die Schieber erhalten ihren Antrieb ebenfalls durch eine Kurbelwelle, die über ein Schraubenrad von der inneren Treibschraubenwelle ange-trieben wird.

Die beiden Zylinder sind zusammen mit dem Schiebergehäuse aus einem Stück gefertigt und liegen in dem Maschinenraum, während das übrige Maschinengehäuse mit dem Ma-schinenschott aus einem Stück gefertigt ist und in die Apparatekammer ragt.

Die Zylinder sind vorn durch die von einem Preßring gehaltenen Zylinderdeckel von nach außen gewölbter Form und hinten durch den eingeschraubten Zylinderboden verschlos-sen. Die Zylinderböden, in welche auch die Stopfbüchsen für die Kolbenstangendurch-führungen geschraubt sind, ragen mit ihren Verlängerungen in das Maschinenschott und sind in diesem durch je zwei Ringmuttern gehalten. Dadurch sind auch die Zylinder am Maschinenschott befestigt, die zudem noch an zwei Schraubenbolzen des Maschinen-schotts unter den Schiebergehäuse befestigt sind. Auf die abgesetzten Kolbenstangen sind die beiden stählernen Kolben, die mit je drei runden Kolbenringen versehen sind, auf-gesetzt und mit Muttern und Splint gehalten. Das andere Ende der Kolbenstange ist in den Kreuzkopf geschraubt und durch eine Sicherungsschraube gesichert ist. Der Kreuz-kopf selbst trägt an Laschen zwei Gleitschuhe, die in einer zylindrischen Ausdrehung des Maschinengehäuses laufen. Das Maschinengehäuse ist mit dem Maschinenschott in einem Stück gefertigt und hat etwa in der Mitte des Kurbelgehäuses einen Flansch, an dem das Hinterteil des Kurbeltroges mit Schrauben befestigt ist. Durch den Kreuzkopfzapfen ist der Kreuzkopf mit dem Gabelende der Pleuelstange verbunden, während das andere Ende der doppel-T-förmigen Pleuelstange in der zugehörigen Kurbel gelagert ist. Jede der beiden gleichartigen Kurbeln besteht aus zwei Kurbelwangen, die mit Gegengewichten versehen und durch Zapfen und Schraube miteinander verbunden sind. Diese Verbindungsstelle trägt auch das Pleuellager, während die Kurbel selbst nach außen in einem Rollenlager mit Gehäuse gelagert sind. Zugänglich sind die äußeren Lager durch den angeschraubten Verschlußdeckel. Innen tragen die Kurbeln aufgeschraubt die Antriebskegelräder und sind auf zwei Lagerzapfen des Kurbellagerbockes gelagert. Die an den Stirnseiten der Lager-zapfen angeordneten und durch Verschlußschraube mit Sicherungsschraube gehaltenen Kugellager nehmen die dabei auftretenden axialen Kräfte auf. Die Schmierung der Lager-stellen erfolgt durch eine später beschriebene zentral Druckschmierung über Bohrungen im Kurbellagerbock und den Kurbelwangen. Der Kurbellagerbock, der eine Bohrung für die Durchführung der inneren Treibschraubenwelle trägt, ist mit seiner oberen und unteren Lagerplatte im Gehäuse gelagert und durch seine auf den Platten angeordneten Füh-rungskreuze in seiner Lage festgehalten. In die beiden Antriebskegelräder greifen die bei-den Kegelräder für innere und äußere Treibschraubenwelle, die auf der inneren bzw. äus-seren Treibschraubenwelle aufgekeilt sind. Die Lagerung der beiden Treibschraubenwellen erfolgt in dem Maschinengehäuse, und zwar für die innere Welle vor und für die äußere Welle hinter dem Kurbellagerbock, wobei die Schmierung ebenfalls durch die zentrale Druckschmierung erfolgt. Die axialen Drücke der Treibschraubenwelle nimmt bei der inne-ren Welle ein Kugellager auf, das im Gehäuse gehalten ist und bei der äußeren Welle zwei Kugellager, die im Gehäuse und im Kugellagerbock gehalten sind.

Die hohle innere Treibschraubenwelle ist nach vorn bis in das Maschinenschott verlängert und trägt, vor dem Wellenlager aufgekeilt und durch einen Gewindering gesichert, ein Schraubenrad zum Antrieb der Steuerschieber sowie ein Zahnrad zum Antrieb der Kühl-wasserpumpe, Ölpumpe und Stoppvorrichtung (Abb. 82).

Die in der Mitte unter den beiden Zylindern angeordneten Schiebergehäuse ragen auf einer Seite mit einem zylindrischen Ansatz in den hohlen unteren Teil des Maschinen-schottes während die andere Seite durch den eingeschraubten Schieberdeckel verschlos-sen ist. In den Schieberdeckel ist jeweils ein Kühlrohr eingeschraubt und mit einem An-schlußstutzen für die Leitung von der Wasserpumpe versehen. Je zwei Kanäle verbinden die Schiebergehäuse vorn und hinten mit den Zylindern, wobei in jedem dieser Kanäle ein Überdruckventil derart eingebaut ist, daß jeweils zwei gegenüberliegende, von außen auf dem Ventilsitz aufliegnde Ventilkegel durch eine gemeinsame Ventilfeder auf ihren Sitz ge-preßt werden. In den Schiebergehäusen sind die eigentlichen Schieber, zylindrische Hohl-körper aus Stahl mit aufgesetzten Steuerringen, eingeschliffen. Bohrungen unter den Schiebergehäusen sind über einen Anschlußstutzen und eine Rohrleitung mit dem Schie-berölgefäß verbunden, das an der Torpedohülle befestigt ist. Dieses ist ein kugelförmiger Körper, der oben einen Anschlußstutzen für Druckluft und einen Füllstutzen und unten eine Stutzen mit Entleerungsschraube sowie einen Anschluß mit Rückschlagventil zum Schiebergehäuse besitzt. Mit ihrem Kopfteil, der mit Austrittsöffnungen versehen ist, sind die Schieber an den Schieberkreuzkopf, der in eine Laufbüchse eingeschliffen ist, ge-schraubt und durch eine von innen eingeschraubte Schraube gesichert. Der Schieber-kreuzkopf wieder ist durch eine Pleuelstange mit einer Kurbel der Schieberkurbelwelle ver-bunden, die im unteren Teil des Maschinengehäuses gelagert und durch einen Flansch-deckel zugänglich ist (Abb. 88). Die Schieberkurbelwelle trägt in der Mitte ein Schrauben-rad, das seinen Antrieb von dem auf der inneren Welle aufgekeilten Schraubenrad erhält.

Wirkungsweise (Abb. 80)

Das vom Verdampfer zur Maschine strömende Gas-Dampfgemisch wird in den Schieberge-häusen von den Steuerschiebern vor oder hinter die Kolben in den Zylindern verteilt und bringt so die Maschine zum Arbeiten. Die anfallenden Auspuffgase werden durch die hoh-len Steuerschieber in das Maschinenschott und weiter durch die hohle Treibschrauben-welle aus dem Torpedo geführt (Abb. 87). Dabei werden die Steuerschieber durch Ein-spritzen von Wasser einer Kühlwasserpumpe über die Kühlrohre in das Innere der Steuer-schieber gekühlt, desgleichen das Maschinenschott in Höhe der Treibschraubenwelle. Durch zwei gegenläufige Kurbeln, die auf ein Kegelradgetriebe arbeiten, wird die Kolben-bewegung in eine gegenläu-fige Drehbewegung der beiden Treibschraubenwelle verwan-delt. Dabei erfolgt eine Untersetzung der Drehbewegung im Verhältnis 5 : 4. Ein Kolben eilt dem anderen um ½ Hub voraus, doch kann nicht von einer Kurbelversetzung gespro-chen werden, da infolge der Gegenläufigkeit der Kurbelwinkel von 0° auf 360° ansteigt und wieder auf 0° zurückgeht. Der Antrieb der Steuerschieber erfolgt von der inneren Treibschraubenwelle über ein Schraubenräderpaar und eine Kurbelwelle, wobei die vor-handene Untersetzung zwischen Kurbel und Treibschraubenwelle im umgekehrten Verhält-nis durch das Schraubenräderpaar wieder ausgeglichen wird. Während 55% des Kolben-hinweges erfolgt Füllung, während der folgenden 35% Expansion. In den restlichen 10% bis zur inneren Totpunktlage erfolgt bereits Ausströmung, die noch über 82% des Kolben-rückweges andauert. Während der 18% bis zur äußeren Totpunktlage herrscht Kompres-sion. Die Schmierung der Maschine, mit Ausnahme der Schieber, erfolgt durch eine zen-trale Öl-Schmierpumpe und die angeschlossenen Verteilungsleitungen. Die Schmierung der Schieber erfolgt von einem Schieberölgefäß aus, das unter Druckluft steht.

K. Öl- und Kühlwasserpumpe

(Abb. 89 u. 90)

Die Ölpumpe hat die Aufgabe, das im Maschinenschott mitgeführte Öl über Rohrleitungen zu den einzelnen Schmierstellen zu drücken. Die Wasserpumpe hat die Aufgabe, aus der von Seewasser überfluteten Maschinenkammer Kühlwasser zu den einzelnen Kühlstellen der Maschine zu drücken. Beide Pumpen sind in einem gemeinsamen Gehäuse unterge-bracht, als Zahnradpumpen ausgebildet und in eine Büchse des Maschinenschotts einge-setzt. Mit seinem vorderen Verschlußdeckel, an dem mit Schraubenbolzen das Gehäuse und der hintere Deckel gehalten sind, ist die gesamte Pumpe an dem Maschinenschott angeschraubt. Im Gehäuse ist die Ölpumpe von der Wasserpumpe durch eine Scheide-wand getrennt. Auf der Pumpenwelle sind, durch die Scheidewand getrennt, die Pumpen-treibräder aufgesetzt, während die darüberliegenden beiden Zahnräder lose auf einer Welle laufen, die in den Pumpendeckeln gelagert ist. In dem hinteren Deckel sind zu bei-den Seiten der Pumpenwelle Anschlußstutzen eingeschraubt, von denen einer zum An-schluß der Saugleitung zum Ölbehälter und der andere zum Anschluß der Ölförderung dient. Der Ölbehälter ist noch mit einem kleinen Belüftungsventil ausgerüstet.

Der vordere Deckel trägt ebenfalls zwei Anschlußstutzen, von denen einer zum Anschluß der Förderleitung dient, während in dem anderen ein Siebstutzen eingeschraubt ist. Boh-rungen im Gehäuse und in der oberen Welle, die mit der Ölfederseite der Pumpe in Verbin-dung stehen, sorgen für die Schmierung der Pumpe. Die Pumpenwelle, die nach vorn durch den Deckel ragt, trägt hier ein Schneckenrad zum Antrieb der Stoppvorrichtung, während sie nach hinten durch einen Vierkantzapfen mit der Antriebswelle gekuppelt ist. Die Antriebswelle läuft in einem Schutzrohr, das vorn mit einer Gewindemuffe auf den Pumpendeckel geschraubt ist und hinten mit einer Stopfbuchse im Maschinengehäuse ge-halten wird. Auf ihrem hinteren Ende, das in das Maschinengehäuse ragt, ist ein Zahnrad gesetzt, das in das Antriebszahnrad auf der inneren Treibschraubenwelle geift. Zugäng-lich ist diese Stelle des Maschinengehäuses durch einen Verschlußdeckel. Die Ölförderlei-tung führt zu einem Verteilerstutzen, von wo aus die Ölleitungen zu den einzelnen Schmierstellen der Maschine gelangen. Eine Leitung zweigt bereits schon vorher ab und führt durch das Maschinenschott hindurch zu den Kolbenstangendurchführungen.

Wirkungsweise

Wenn die Maschine angelaufen ist, werden auch über das Antriebszahnradpaar und die Antriebswelle die Zahnradpumpen in Bewegung gesetzt. Die Ölpumpenzahnräder drücken das über die Saugleitung aus dem Ölbehälter angesaugtes Öl zu den einzelnen Schmier-stellen der Maschine. Die Wasserpumpenzahnräder drücken das über den Kühlwasserfilter aus der Maschinenkammer angesaugte Wasser zu den Kühlwasserrohren in den Schieber-gehäusen und in der Auspuffleitung.

H. Verdampfer mit ZünderVI. Hinterteil