V. Der MaschinenraumE. GA
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
VI. Hinterteil

A. Allgemeines

(Abb. 91)

Das Hinterteil ist mit seinem Befestigungsflansch an einem Flansch des Mittelteils durch Längsverbindungsschrauben befestigt. Die Verbindungsstelle ist ebenfalls durch sechs Ringe, die je zur Hälfte in das Mittelteil und in das Hinterteil greifen, versteift und mit Sicherungsschrauben gesichert. Das Hinterteil umfaßt die Apparatekammer und das Schwanzstück, wobei die Apparatekammer gleichzeitig als Auftriebskammer dient. Die Apparatekammer wird begrenzt vorn vom Maschinenschott und hinten vom Schwanzstück und enthält außer der mit ihrem Getriebe hineinragenden Maschine und der in einem Schutzrohr durchführenden Treibschraubenwelle den Regler für GA, den GA mit Winkel-stelleinrichtung, den Luftbahnregler, den Öffnungshebel und ein Überdruckventil. Das Schwanzstück ist wasserdicht an der Apparatekammer mit Längsverbindungsschrauben befestigt.

B. Überdruckventil

(Abb. 92)

Das Überdruckventil der Apparatekammer hat die Aufgabe, die von dem GA, dem Luft-bahnregler und deren Arbeitskolben anfallende Abluft aus der Apparatekammer abzuführen und dadurch einen die Apparate störenden Überdruck zu verhindern.

Es ist in einem Befestigungsflansch in der Torpedohülle mit seinem Gehäuseoberteil einge-schraubt, das dem Ventilteller gleichzeitig als Ventilsitz dient. In eine Eindrehung des Ge-häuseoberteils legt sich von unten ein Ventileinsatz, in dem der Ventilkegel geführt ist. Die Ventilfeder, die sich oben gegen den Ventileinsatz und unten auf einen am Ventilkegel befestigten Federteller liegt, zieht den Ventilkegel auf seinen Sitz und drückt gleichzeitig den Ventileinsatz gegen das Gehäuse. Den Abschluß bildet nach innen das Gehäuseunter-teil mit Sieb, das auf das Gehäuseoberteil geschraubt ist, während nach außen ein Flach-sieb in dem Gehäuseoberteil durch zwei Schrauben gehalten ist.

C. Öffnungshebel

(Abb. 52)

Durch die Betätigung des Öffungshebels wird beim Abwurf oder Schuß über eine Verbin-dungsstange das Absperrventil und der Mehrwegehahn geöffnet und dadurch die ver-schiedenen Apparate und Einrichtungen des LT in Betrieb gesetzt.

Der Öffnungshebel ist in einem nach außen offenen, nach innen wasserdicht verschlosse-nen Gehäuse untergebracht, das an der Torpedohülle befestigt ist. Der winklige gebogene Hebel ist im Gehäuse drehbar gelagert und an seinem unteren Ende mit einem Zahnseg-ment versehen. In einer Gewindebohrung im Boden des Gehäuses ist mit einer Kapselver-schraubung eine Raste eingeschraubt, welche in das Zahnsegment eingreift. In eine Ku-lisse des Öffnungshebels greift seitlich ein Bolzen der Verbindungsstange, die in einem wasserdichten Schutzrohr zur Stoppvorrichtung in der Maschinenkammer führt. Weiter ist im Gehäuse noch eine Sperrklinke gelagert und durch eine Sperrklinkenfeder gegen einen Bolzen am Öffnungshebel gedrückt. Durch diese Vorrichtung wird der Öffnungshebel in zurückgelegter Stellung festgehalten.

D. Regler für GA

(Abb. 93/95)

Der Regler für GA hat die Aufgabe, die für den Betrieb des GA, des Luftbahnreglers sowie deren Arbeitskolben notwendige Druckluft auf den erforderlichen Druck von etwa 15 kg/cm² herabzumindern. Er ist mit seinem Befestigungsflansch durch zwei Schrauben an dem elastischen Lagerbock für GA befestigt. Lufteintritt- und Luftaustrittsbohrungen im Befestigungsflansch stimmen mit gleichen Bohrungen im Lagerbock überein. In eine Boh-rung des Reglergehäuses, die sich in ihrem unteren Teil noch zu einem Ringkanal erwei-tert, ist der Drosselkolben eingeschliffen. Mit seinem unteren Gewindeende ist dieser Drosselkolben in eine Schraubenmutter geschraubt, die mit einer Gegenmutter an der Me-tallmembrane befestigt und durch eine Sicherungsschraube gesichert ist. Die Membrane ruht mit ihrem äußeren Rand auf einer scharfen Kante in einer Gehäuseeindrehung und wird darin von einem Preßring gehalten. Bohrungen im Gehäuse verbinden die Zuluftboh-rung mit dem Ringkanal und den Raum zwischen Gehäuse und Membrane mit der Bohrung für geregelte Luft im Befestigungsflansch. Die Bohrung für geregelte Luft im Befestigungs-flansch leitet die ND-Luft über Bohrungen im Lagerbock weiter zum GA und dient zum Nachblasen des Kreisels sowie zur Betätigung des Arbeitskolbens. Eine weitere Bohrung im Gehäuse leitet ND-Luft zu zwei Gewindeanschlußstutzen, die geregelte Luft weiter zum Luftbahnregler und zum Ingangsetzungsapparat führen. Der Drosselkolben kann mit seiner Dichtkante die Verbindung zwischen Ringkanal und dem Raum zwischen Membrane und Gehäuse verschließen. Die Reglerfeder legt sich einerseits gegen das Reglergehäuse und andererseits gegen einen Federteller, der durch eine Spannmutter mit Gegenmutter an dem mit Gewinde versehenen oberen Schaft des Drosselkolbens gehalten wird. Durch Verstellen der Spannmutter kann der einzustellende Druck reguliert werden.

Wirkungsweise (Abb. 93)

In Ruhestellung wird der Drosselkolben von der Reglerfeder nach oben gezogen, so daß seine Dichtkante den Weg vom Ringkanal zum Raum zwischen Gehäuse und Membrane und weiter zu den Apparaten freigibt. Begrenzt wird dieser Hub durch einen Wulst mit zwei seitlichen Öffnungen im Gehäuse, gegen den sich die Membrane mit ihrer Schrau-benmutter legt. Wenn nun nach dem Legen des Öffnungshebels HD-Luft über die Zuluft-bohrung und innere Bohrung in den Ringkanal gelangt, kann sie ungehindert in den Raum zwischen Gehäuse und Membrane treten und auch auf diese eine Druck ausüben. Über-windet der Druck auf die Membrane die Federspannung bei etwa 15 kg/cm², wo wird der Drosselkolben nach unten gezogen und drosselt mit seiner Dichtkante den Zustrom der HD-Luft. Nach kurzer Zeit stellt sich der Regler so ein, daß die nachströmende Hoch-druckluft die dem Nebendruckraum entnommene Luftmenge voll ersetzt und der Druck dort gleich bleibt.

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