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| Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung |
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| V. Der Maschinenraum |
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(Abb. 72 – 76) |
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1. Verdampfer (Abb. 72 u. 75) |
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Der Verdampfer hat die Aufgabe, die vom Torpedo mitgeführten Energiemegen der Druck-luft und des Brennstoffes zusammen mit dem Wasser zu einem Gas-Dampfgemisch umzu-wandeln. |
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Das Verdampfergehäuse ist mit seinem Unterteil durch ein Anschlußstück mit Bund an die Maschine geschraubt. In dieses Anschlußstück ist ein Wasserringkanal gedreht und auf einen konischen Sitz setzt sich metallisch dichtend der Verdampfereinsatz. |
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Dieser Verdampfereinsatz hat auf seiner Außenseite einen Schraubensteg, der gut gegen das Gehäuseinnere dichtet. Ein seitlicher Anschlußstutzen für die Wasserzuführung mün-det in den Wasserringkanal. In den oberen Rand des Einsatzes sind 6 Verdampferröhr-chen, nach innen weisend, eingeschraubt, die mit Wasseraustrittsbohrungen versehen sind. Auf den Verdampfereinsatz legen sich 2 halbkugelförmige Mischbleche, in welchen sich kleinere und größere, versetzte Durchtrittsbohrungen befinden. Ein in das Verdamp-fergehäuse geschraubter Preßring drückt die beiden Mischbleche auf den Verdampferein-satz und damit diesen gegen seinen Sitz auf dem Anschlußstück. Über diese Mischbleche setzt sich der ebenfalls halbrunde Verdampferdeckel, der an seinem unteren Rand mit einem Gewinder versehen ist, auf den Rand des Verdampfergehäuses. Der Deckel ist durch eine Überwurfmutter, die mit einem Bund gegen das Gehäuse liegt und mit einem Zahnkranz ausgerüstet ist, am Gehäuse gehalten. Im Verdampferdeckel, der an seinem oberen Ende mit einer Gewindebohrung versehen ist, sind die Mischbleche durch einen eingeschraubten Gewindering eingeführt. In die Gewindebohrung ist der Zerstäuber einge-schraubt, der durch innere Bohrungen mit dem Luftringkanal und mit dem Brennstoffring-kanal verbunden ist. Die Zerstäubung erfolgt durch ein Mischlabyrinth, bestehend aus verschiedenen versetzten Kanälen. In ein Innengewinde des Zerstäubers ist die Patro-nenkammer eingeschraubt. Ein Verschlußdeckel mit senkrechten und seitlichen Düsen, der auf die Pratronenkammer geschraubt ist, verschließt den Zerstäuber von unten. In einem seitlichen Anschlußstutzen mit Innengewinde, der mit dem Luftringkanal des Verdampfer-deckels in Verbindung steht, ist der Druckregler mit seinem Anschlußstutzen einge-schraubt und verlötet. Ein weiterer Anschlußstutzen dient zur Luftzuführung vom Ringka-nal zur Steuermaschine, während die Druckluft zu den Gefäßen durch eine innere Bohrung zum Mehrwegehahn gelangt. Weiter ist noch ein kleiner Stutzen vorgesehen, der zum Messen des Arbeitsdruckes dient und normalerweise verschlossen ist. |
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In einem seitlichen Anguß des Verdampferdeckels ist ein Schneckenrad gelagert, das in den Zahnkranz der Überwurfmutter greift und über einen Vierkant bewegt werden kann. |
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2. Zünder (Abb. 73 – 74) |
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Der Zünder hat die Aufgabe, nach dem Eintritt des Torpedos in das Wasser, die beiden Zündpatronen zur Entzündung zu bringen und durch diese das Gemisch von Luft und Brennstoff zu entzünden. |
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Der Zünder ist auf der Patronenkammer mit einer Überwurfmutter gehalten. Zwei unten in das Zündergehäuse geschraubte Stutzen greifen dabei in entsprechende Bohrungen der Patronenkammer und sichern so die richtige Stellung des Zünders zu den Zündpatronen. In das oben durch eine Verschlußschraube verschlossene Zündergehäuse ist der Druck-kolben eingeschliffen, während in der Wandung des Gehäuses zwei Bohrungen in den Raum über dem Druckkolben führen. Diese Bohrungen stehen über eine weitere Bohrung in der Patronenkammer mit dem Luftringkanal in Verbindung. Eine Rückholfeder, die in einer Federhülse geführt ist und ihre Widerlager im Druckkolben und im Zündergehäuse hat, drückt den Druckkolben in seiner Ruhestellung gegen die Verschlußschraube. Der Schlag-kolben ist einmal im Druckkolben und dann auf der Federhülse der Rückholfeder geführt und besitzt Sperrnasen, die in ihm beweglich gelagert sind. Auf die Sperrnasen drückt mit ihrem unteren Federteller die Schlagfeder, die sich oben gegen den Druckkolben legt, so daß sich die Sperrnase nach außen sperrend in eine Rast im Zündergehäuse legen. Die eigentlichen Schlagbolzen sind in zwei Bohrungen im Boden des Zündergehäuses geführt und mit ihrem Bund und gegengeschraubter Haltemutter gegen Herausfallen gesichert. |
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Wirkungsweise |
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Mit dem Eintritt des Torpedos in das Wasser strömt Druckluft vom Druckregler zum Ver-dampfer und ein Teil davon weiter zu den Gefäßen. Dadurch wird von der Druckluft Was-ser und von einem Teil des Wassers Brennstoff zum Verdampfer gefördert. Ein Teil der Druckluft gelangt über die Bohrungen in die Patronenkammer und durch Bohrungen im Zündergehäuse über den Druckkolben des Zünders und drückt diesen gegen den Druck der beiden Federn nach unten. Dadurch wird die auf dem Schlagkolben aufliegende Schlagfeder gespannt, während die nach unten gehenden Ränder des Druckkolbens die Sperrnasen aus ihrer Rast im Zündergehäuse schieben und schließlich ausrasten. Der Schlagkolben wird von der gespannten Schlagfeder nach unten geschnellt und trifft auf die beiden Schlagbolzen, welche die Zündhütchen der Zündpatrone anschlagen und da-durch letztere zum Brennen bringen. Inzwischen ist auch das Wasser und der Brennstoff in den Verdampfer eingetreten. Der Brennstoff gelangt, vom Mehrwegehahn kommend, durch den Ringkanal in den Zerstäuber und tritt, von diesem fein zerstäubt und mit Druckluft gemischt, in die Brennkammer, wo sich das Gemisch an der brennenden Zünd-patrone entzündet. Das Wasser tritt am Verdampfer unten in den Wasserringkanal und von diesem in den Raum zwischen Gehäuse und Einsatz den Schraubensteg entlang nach oben: Hierbei wird das Wasser bereits kräftig vorgewärmt und tritt dann, durch die feinen Bohrungen in den Verdampferröhrchen zerstäubt, in die Brennkammer selbst, wo es rest-los verdampft. Zusammen mit den Verbrennungsgasen bildet der Wasserdampf ein Ge-misch, das zum Antrieb der Maschine an diese weitergeleitet wird. |
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