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| Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung |
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| V. Der Maschinenraum |
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(Abb. 38) |
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Der Maschinenraum, der mit dem Seewasser in Verbindung steht, wird begrenzt durch das Tiefenapparatgehäuse nach vorn und durch das Maschinenschott nach hinten. In ihm sind die beiden Zylinder- und Schiebergehäuse der Maschine, der Verdampfer mit Zünder, der Mehrwegehahn, der Druckregler, der Ingangsetzungsapparat, die Stoppvorrichtung und die Steuermaschine untergebracht. |
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(Abb.39 – 51) |
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Die Steuermaschine hat die Aufgabe, die geringen und schwachen Bewegungen des Tie-fenapparates in verstärktem und vergrößertem Maße auf die Ruderblätter zu übertragen. |
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Der Arbeitszylinder ist mit Befestigungsschrauben am Maschinenschott gehalten, in ihm ist der Arbeitskolben eingeschliffen. Durch zwei Ansätze des Kolbens wird dieser in der vorderen und hinteren Zylinderverschraubung geführt und durch Stopfbuchsen gedichtet. In dem vorderen Ansatz ist der Verteilungsschieber im Kolben eingeschliffen und über die Einstellvorrichtung und Rudersperrung mit dem Tiefenapparat verstellbar verbunden. Der hintere Ansatz bildet die Kolbenstange, die in einer Stopfbüchse durch das Maschinen-schott geführt und mit dem Tiefenrudergestänge verbunden ist. Der Kolben selbst ist mit zwei Ringkanälen, dem Druckluftkanal und dem Abluftkanal versehen. Durch eine An-schlußstutzen führt eine Luftleitung über ein Luftfilter geregelte Druckluft vom Druckreg-ler zum Druckluftkanal, während ein weiterer Anschlußstutzen die Abluft vom Abluftkanal in den Maschinenraum entweichen läßt. Der Verteilungsschieber besitzt drei Eindrehun-gen, die durch die beiden Schieberbunde voneinander getrennt sind. Zwei Dichtbunde an den Enden des Verteilungsschiebers dichten nach außen ab. Der Verteilungsschieber ist hohl gebohrt und an einem Ende mit einer Verschlußschraube, die gleichzeitig die Kupp-lungsöse trägt, verschlossen. Innere Bohrungen im Arbeitskolben ermöglichen, daß je nach Stellung des Verteilungsschiebers Vorder- und Hinterseite des Arbeitskolben entwe-der mit dem Druckluftkanal oder mit dem Abluftkanal verbunden sind. In "0"-Stellung wer-den diese Kanäle durch die Schieberbunde verschlossen. Durch ein Verbindungsstück mit zwei Kupplungsösen, in das auch der Sperrhebel greift, ist der Verteilungsschieber mit der Verstelleinrichtung (Abb. 49) verbunden. Diese besteht aus einem Stellkopfgehäuse, das ebenfalls durch eine Öse mit dem Übertragungshebel des TA verbunden ist. In diesem ist mit Bund und Krempe das mit Innengewinde versehene Stellrad drehbar gelagert, während die Andrückfeder einen Rastring gegen den mit Nockenrasten versehenen Bund des Stell-rades drückt. |
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In das Innengewinde des Stellrades ist die Stellschraube eingeschraubt, die durch einen in ihre Führungsnut greifenden Führungsstift am Verdrehen gehindert ist. |
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Wirkungsweise |
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(Abb. 40 – 44) |
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Die Steuermaschine steht in "0"-Stellung (Abb. 40). Die Druckluft kann also nur durch den Druckluftkanal und innere Bohrungen zwischen die beiden Schieberbunde treten. Wird nun der Verteilungsschieber durch den Tiefenapparat bewegt, z.B. nach hinten (Abb. 41), so wird durch die Schieberbunde eine Verbindung der Kolbenvorderseite mit dem Druckluft-kanal und der Kolbenhinterseite mit dem Abluftkanal hergestellt. Dadurch wird auch der Arbeitskolben nach hinten bewegt, er läuft also dem Verteilungsschieber so lange nach, bis die Schieberbunde die Kanäle wieder abdecken (Abb. 42). Wird aber der Verteilungs-schieber nach vorn bewegt, so treten die gleichen Vorgänge in umgekehrter Richtung auf (Abb. 43 u. 44). Die Bewegungen des Arbeitskolbens werden durch das Rudergestänge auf das Tiefenruder übertragen und bewirken den Ruderausschlag. |
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Wenn nun beim Regeln die "0"-Stellungen des Tiefenapparates und der Steuermaschine nicht übereinstimmen, so können diese durch die Verstelleinrichtung miteinander in Ein-klang gebracht werden (Abb. 49). Durch Drehen des Stellrades nach der einen oder an-deren Seite wird die Stellschraube aus dem Stellkopfgehäuse heraus- oder in das Gehäu-se hineinbewegt, wobei der Rastring eine selbsttätige Verstellung verhindert. Es wird also das Zwischenstück zwischen Übertragungshebel und Verteilungsschieber verlängert oder verkürzt und dadurch die Stellung der Schieberbunde des Verteilungsschiebers gegen die Luftkanäle geändert. |
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(Abb. 45 – 48) |
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Die Rudersperrung hat die Aufgabe, die Einflüsse des Tiefenapparates auf die Steuerma-schine während der Zeit, die der Torpedo braucht, um nach dem Eintritt ins Wasser seine Betriebsgeschwindigkeit zu erreichen, auszuschalten. Die Ruderblätter werden dabei für eine einstellbare Zeitdauer in einer einstellbaren Stellung festgehalten. |
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In einem Anguß des Steuermaschinengehäuses ist das Sperrgehäuse mit einem Gewinde-ring gehalten. Auf einem Vierkantende der Sperrwelle, die im Gehäuse drehbar gelagert ist, ist das Sperrsegment aufgesetzt und durch eine Schraube gehalten. |
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Ebenfalls auf einem Vierkant der Sperrwelle ist am anderen Ende ein Zahnsegment ver-schiebbar gelagert, das eine Zahnlücke aufweist. Dieses Zahnsegment wird durch eine Feder, die ihr Widerlager in einem auf die Verlängerung der Sperrwelle geschraubte Feder-teller hat, mit einem Ritzel in Eingriff gehalten. Auf dem Gehäuse ist ein Gleitzylinder, in dem der Sperrhebel beweglich gelagert ist, verschiebbar angeordnet. Dieser Sperrhebel ist mit seinem unteren Ende mit dem Zwischenstück zwischen Stellkopf und Verteilungs-schieber verbunden, während das obere Ende in Sperrstellung auf dem Rand des Sperr-segmentes liegt. In das Gehäuse ist ferner ein Führungszapfen eingeschraubt, der an seinem oberen Ende einen kegeligen Sitz hat. Gegen diesen Sitz wird die Markenscheibe, die mit der Nockenscheibe aus einem Stück gefertigt ist, durch eine Feder gedrückt. Ein im Gehäuse gelagerter Ausrückhebel ermöglicht es, das Zahnsegment auf dem Vierkant zu verschieben und es damit mit dem Ritzel außer Eingriff zu bringen. |
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Wirkungsweise |
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(Abb. 47) |
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Zur Einstellung der Sperrdauer wird druch den Ausrückhebel das Zahnsegment mit dem Antriebsritzel außer Eingriff gebracht. Nun kann das Zahnsegment und damit auch das Sperrsegment so weit verstellt werden, bis die Sperrhebelkante die gewählte Sperrdauer auf der Skala des Sperrsegmentes anzeigt. Dann wird das Zahnsegment mit dem Ritzel wieder in Eingriff gebracht. |
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Die Einstellung der Sperrlage erfolgt durch Herunterdrücken und Verdrehen der mit der Nockenscheibe verbundenen Markenscheibe um den mit einem Markierungspfeil versehe-nen Führungszapfen bis zur gewählten Sperrlage. Der Gleitzylinder und mit ihm der Sperr-hebel werden so durch den Nocken gegen das Sperrsegment gedrückt. Die obere Sperr-hebelkante drückt gegen den Rand des Sperrsegmentes, während der untere Sperrhebel-arm den Verteilungsschieber je nach Einstellung der Sperralage verschiebt. Dadurch er-halten die Steuermaschine und somit auch die Tiefenruder für die Dauer der Sperrung eine feste Lage (Sperrlage). |
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Mit dem Anspringen der Maschine wird das Zahnsegment von dem Ritzel, das seinen An-trieb von der Maschine erhält, so lange bewegt, bis es in die Zahnlücke greift. Zu diesem Zeitpunkt verliert auch der Sperrhebel seine feste Auflage auf dem mitgedrehten Sperr-segment und wird dadurch beweglich. Die Sperrung ist aufgehoben und die Bewegung des TA können auf den Verteilungsschieber übertragen werden. |
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