A. Allgemeines bis C. RudersperrungE. Druckregler bis G. Mehrwegehahn
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
V. Der Maschinenraum

D. Absperrventil und Stoppvorrichtung

(Abb. 53 – 59)

Das Absperrventil hat die Aufgabe, nach dem Legen des Öffnungshebels den Luftweg zu den einzelnen Geräten im Torpedo freizugeben und in Verbindung mit der Stoppvorrich-tung am Ende einer einstellbaren Laufstrecke denselben wieder abzusperren.

1. Absperrventil (Abb. 55 – 59)

Das Gehäuse für das Absperrventil ist mit dem der Stoppvorrichtung durch einen Steg verbunden und aus einem Stück gefertigt. In einer Bohrung des Gehäuses ist der Ab-sperrventilkegel mit seinem Kolbenteil eingeschliffen, die Bohrung selbst durch einen Ver-schlußdeckel metallisch dichtend verschlossen. Der hohlgedrehte Kolbenteil ist mit dem halsförmig ausgebildeten Ventilkegel durch eine kleine Bohrung verbunden. Eine weitere Bohrung im Schaft des Ventilkegels, die am oberen Ende einen Ventilsitz trägt, nimmt das Entlastungsventil auf. Von einem Ringkanal dieser Bohrung führen unterhalb des Ventilsit-zes des Entlastungsventils zwei schräge Bohrungen in den Raum unter dem Absperrventil. Ein Federteller, der sich auf das Entlastungsventil setzt, dient der Ventilfeder als unteres Widerlager, während sie sich oben gegen den Verschlußdeckel legt und so das Entlas-tungsventil auf seinen Sitz drückt.

In einer Bohrung im Gehäuseboden ist dichtend der Ventilstößel eingeschliffen. Zwei Ge-windestutzen dienen zum Anschluß der Luftleitungen von Kesselabsperrventil und zum Druckregler.

In einer Bohrung des Verbindungssteges ist die Hubspindel geführt, die, an ihrem unteren Ende durch Bolzen mit Splint gehalten, einen Querhebel trägt. In ihrem oberen Ende ist sie mit Trapezgewinde versehen, das in ein mit Trapez-Innengewinde versehene Zahn-rädchen greift.

In dieses Zahnrädchen wieder greift eine Zahnstange, die durch ihre Verbindungsöse und der Verbindungsstange mit dem Öffnungshebel verbunden ist. An dem anderen Ende der Zahnstange ist ein Winkelhebel angeschlossen, der den Mehrwegehahn.

Ein Hebelarm des Querhebels greift unter den Stößel des Absperrventils und ist durch einen seitlichen Bolzen in einer Nute geführt, während eine Rückführfeder diesen Hebel-arm vom Gehäuse abdrückt.

Die andere Seite des Querhebels ist mit einem Gleitschuh auf der kurzen Achse des Kupp-lungskonus der Stoppvorrichtung geführt.

2. Stoppvorrichtung (Abb. 53 – 59)

In das hohlgebohrte und unten mit einem Bund versehene Gehäuse ist in eine seitliche Öffnung das ebenfalls mit einem Bund versehene und axial durchbohrte "Schneckenrad mit Innenkonus" eingesetzt. In den Konus des Schneckenrades paßt der Kupplungskonus, dessen Achse durch das Gehäuse nach oben führt und dessen Vierkantende des Stopp-zeiger trägt. Verschlossen ist das Gehäuse von oben durch die an das Gehäuse ge-schraubte Laufstreckenmarkenscheibe, gegen deren konischen Sitz in der Mitte der Ein-stellkonus durch die Druckfeder für Einstellkonus gedrückt wird. Die über die Achse des Kupplungskonus gestreifte Rückholfeder ist fest mit der Achse, aber auch fest mit dem Einstellkonus verbunden. Der Gleitschuh des Querbalkens, der auf der Achse des Kupp-lungskonus geführt ist, trägt einen Zapfen, der am Ende der Laufstrecke in eine passende Bohrung des Kupllungskonus einrasten kann. Das Schneckenrad erhält seinen Antrieb durch eine Schnecke, die zusammen mit einem Schneckenrad in einem Anguß des Gehäu-ses gelagert ist. In dieses Schneckenrad greift eine weitere Schnecke, die ihren Antrieb durch ein Übertragungsgestänge von der Maschine erhält.

Wirkungsweise

Zum Einstellen der Laufstrecke muß der Öffnungshebel vorn liegen. Durch den Einstell-schlüssel wird der Einstellkonus gegen den Federdruck der Druckfeder für Einstellkonus niedergedrückt und verdreht. Die mit dem Einstellkonus verbundene Rückholfeder über-trägt diese Drehung auf den Kupplungskonus mit Zeigerspindel, bis der Zeiger der gewähl-ten Laufstrecke gegenübersteht.

Mit dem Legen des Öffnungshebels wird auch über das Verbindungsgestänge die Zahn-stange gezogen, die ihrerseits das Zahnrädchen bewegt. Dadurch wird nun die Hubspindel im Steg hochgeschraubt, die den Querhebel mitnimmt.

Unter dem Einfluß der Rückführfeder bewegt sich zuerst der Teil unter der Stoppvorrich-tung nach oben und drückt mit seinem Zapfen den Kupplungskonus in seinem Sitz im Schneckenrad. Dann erst hebt die andere Seite des Querhebels den Ventilstößel an, der seinerseits den aus dem Absperrventil herausragenden Schaft des Entlastungsventils an-hebt. Es kann nun Druckluft durch das Entlastungsventil, die beiden schrägen Kanäle un-ter den Absperrventilkegel treten. Im weiteren Verlauf des Öffnungsvorganges kann der Stößel nun auch den Absperrventilkegel voll öffnen, auf dem jetzt nicht mehr einseitig der gesamte Kesseldruck lastet (Abb. 55 – 56). Mit dem Anspringen der Maschine wird auch durch das Übertragungsgestänge und die Antriebsschnecke das Schneckenrad der Stoppvorrichtung und mit ihm der angedrückte Kupplungskonus bewegt. Während der Torpedo seine eingestellte Laufstrecke durchläuft, wandert die Bohrung im Kupplungsko-nus langsam gegen den Zapfen des Gleitschuhes am Querhebel und rastet mit dem Ablauf der Laufstrecke ein. Unter dem Einfluß der Wirkung der Rückführfeder auf das rechte He-belende des Querhebels kippt nunmehr dieser um seinem Drehpunkt an der Hubspindel und gibt nach dem Einrasten des Zapfens in die Bohrung den Stößel frei. Absperr- sowie Ent-lastungsventil schließen durch den Druck der Entlastungsventilfeder und stoppen dadurch die Maschine.

Wird nach dem Schuß bei Übernehmen des Torpedos, der Öffnungshebel nach vorn ge-legt, so senkt sich die Hubspindel mit dem Querhebel und der Zapfen kommt aus der Boh-rung wieder frei. Nun dreht die durch die Drehung gespannte Rückholfeder den Kupp-lungskonus mit Spindel und Stoppzeiger zurück, so daß wieder die eingestellte Laufstrek-ke angezeigt wird.

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