III. KesselV. Der Maschinenraum
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
IV. Betriebsstoffkammer

(Abb. 24, 25, 26)

A. Allgemeines

Die Betriebsstoffkammer nimmt die Wasserkammer, die beiden Brennstoffbehälter, das Füll-, Kesselabsperr- und das Rückschlagventil in sich auf und wird begrenzt durch den Kesselboden und den gegen einen Befestigungsflansch geschraubten Tiefenapparat.

B. Wasserkammer

(Abb. 24, 25)

In eine Verlängerung des Kesselmantels über den hinteren Kesselboden hinaus ist noch ein zweiter halbkugelförmiger Boden mit Hakengewinde eingeschraubt und verlötet. Der Raum zwischen den beiden Böden bildet der 21 l fassende Wasserkammer, wobei die Durchführung des Rohrstutzens für das Hauptverbindungsrohr durch eine Stopfbüchse abgedichtet ist. Im oberen Teil der Wasserkammer ist die Wasserfüllschraube, die gleich-zeitig als Überdruckventil (Abb. 25), wie nachstehend beschrieben, ausgebildet ist, ein-gebaut. Das Ventilgehäuse, mit seitlich angeordneten Luftdurchtrittsbohrungen, wird von außen in eine mit Gewinde versehene Verstärkung der Hülle eingeschraubt. Über den Schaft des von außen eingesetzten Ventilkegels ist die Ventilfeder gestreift, die oben ge-gen das Gehäuse und unten gegen einen Ventilteller mit gegengeschraubter Mutter an-liegt und so den Ventilkegel auf seinem Sitz hält.

In die Wasserkammer führt das Luftleitungsrohr, das im oberen Teil der Wasserkammer endet, während von der im unteren Teil der Wasserkammer eingeschraubten Wasserfilter-verschraubung eine Rohrleitung über den Mehrwegehahn zum Verdampfer führt.

C. Brennstoffbehälter

(Abb. 24)

Die beiden zylindrischen Brennstoffbehälter nehmen den zur Erzeugung des Gas-Dampf-Gemisches erforderlichen Brennstoff auf. Sie fassen zusammen 4,5 l Brennstoff und sind in aufrechter Stellung bei Bb.- und Stb.-Seite des Torpedos an Lagerstücken befestigt. Unten sind beide Behälter durch ein an die Hülle geschraubtes Verbindungsrohr miteinan-der verbunden und ebenfalls durch die eingeschraubten Anschlußschrauben gehalten. In der Mitte des Verbindungsrohr ist von oben die Wasserleitung vom Mehrwegehahn ange-schlossen und an der gleichen Stelle nach unten eine Entleerungsschraube angeordnet. Oben sind in beide Behälter Füllstutzen eingesetzt, die mit der Hülle verschraubt und durch die Füllverschlußschrauben von außen verschlossen sind. Ein ebenfalls oben ange-brachter seitlicher Anschlußstutzen dient zum Anschluß der Brennstoffleitung über den Mehrwegehahn zum Verdampfer.

Wirkungsweise

Nach dem Legen des Öffnungshebels beim Eintritt des Torpedos in das Wasser kommt die Preßluft vom Druckregler über den offenen Mehrwegehahn in die Wasserkammer und drückt einen Teil des Wassers wieder über den Mehrwegehahn unten in die Brennstoffbe-hälter. Dadurch wird nun auch der spez. leichtere Brennstoff durch die Brennstoffleitung zum Mehrwegehahn und weiter zum Verdampfer gedrückt.

D. Füll-, Kesselabsperr- und Rückschlagventil

(Abb. 26, 27)

Das Füllventil ist ein Rückschlagventil und dient zum Füllen des Kessels. Es ermöglicht die Regelung des Torpedos vom Standrohr aus bei geschlossenem Kesselabsperrventil. Das Kesselabsperrventil dient zum Absperren der Kesselluft, um dadurch die Regelung vom Standrohr aus ohne Auffüllen des Kessels zu ermöglichen und um auch Arbeiten am Tor-pedo bei aufgefülltem Kessel durchführen zu können.

Das Rückschlagventil ist als zusätzliche Sicherung für den Bedienenden beim Regeln ge-dacht.

Diese drei Ventile sind in einem Block zusammengebaut. Das Kesselabsperrventil ist von Hand zu bedienen, während die beiden anderen selbsttätig öffnen und schließen.

In das gemeinsame Gehäuse ist beom Füllventil ein Ventileinsatz eingesetzt, in dem der Ventilkegel mit seinen Führungsrippen geführt und an dessen unterem Ende der Sitz für den Ventilteller angeordnet ist. Gehalten wird der Einsatz durch einen eingeschraubten Preßring. Die Ventilfeder drückt den Ventilteller auf seinen Sitz im Einsatz. Von außen verschlossen wird das Füllventil durch die Füllventilschraube, die mit ihrem Dichtkegel ge-gen den Einsatz dichtet. Eine Bohrung im Gehäuse verbindet den Raum unter dem Füll-ventilkegel mit dem Raum über dem Absperrventilkegel.

Das Gehäuse für das Kesselabsperrventil ist innen mit einem Trapezgewinde versehen, in dem sich eine Druckschraube mit bajonettartig eingesetztem Ventilkegel auf- und abdre-hen läßt. Der Ventilkegel ist durch eine Verlängerung der Ventilspindel gehalten, die mit einem Keil in einer Nute der Druckschraube geführt ist. Die Ventilspindel selbst hat einen Bund, der unter Zwischenlage einer Dichtung zwischen der Verschlußschraube und der Begrenzungsschraube lagert. Dadruch wird die Spindel an einer Längsverschiebung gehin-dert. Ein Gewindestutzen am Gehäuse dient zum Anschluß des Hauptluftverbindungsroh-res vom Kessel, während ein Hohlraum im Gehäuse zum Rückschlagventil führt.

Beim Öffnen des Kesselabsperrventils wird die Ventilspindel über ihren Vierkant am oberen Ende gedreht. Der in einer Nute der Druckschraube geführte Keil der Spindel dreht da-durch auch die Druckschraube, die sich innen im Trapezgewinde des Gehäuses nach oben schraubt und dabei den eingesetzten Ventilkegel mitnimmt. Das Kesselabsperrventil ist geöffnet.

Das Rückschlagventil besteht aus einem Ventilkegel, der durch seine Führungsrippen und seinen Ventilschaft im Gehäuse geführt ist und dessen Ventilteller durch die Rückschlag-ventilfeder von oben auf seinen Sitz im Gehäuse gedrückt wird. Nach außen verschlossen ist das Rückschlagventil durch eine Verschlußschraube, die auch der Ventilfeder als Wi-derlager dient. Der Raum über dem Rückschlagventil ist durch einen seitlichen Anschluß-stutzen am Gehäuse mit der Hauptluftleitung zum Absperrventil verbunden.

Ein in die Hülle geschraubtes Überdruckventil verhindert bei Undichtigkeiten die Entste-hung eines Überdruckes in der Betriebsstoffkammer.

E. Tiefenapparat (TA)

(Abb. 28 – 37)

Der Tiefenapparat hat die Aufgabe, den Torpedo mit Hilfe der Steuermaschine und Ruder-blätter in eine einstellbare Tiefe zu steuern und in dieser Tiefe zu halten. Einstellbar ist ein Bereich von 2 – 12 m.

Der hintere Teil des Tiefenapparatgehäuses ist gleichzeitg als Abschlußflansch der Be-triebsstoffkammer ausgebildet und schließt diese gegen die Maschinenkammer wasser-dicht ab. Ein Gehäusedeckel verschließt den Raum, in dem der eigentliche TA unterge-bracht ist. Der hintere Teil des Gehäuses hat eine runde Öffnung zur Maschinenkammer. Die Tiefenmembrane, die an ihrem äußeren Rand durch einen an das Gehäuse geschraub-ten Preßring gehalten wird, verschließt diese Öffnung. Sie ist zwischen die Tiefenplatte, deren Holzschraube durch die Tiefenmembrane hindurchgeht, und einer dahinterliegenden Metallplatte gespannt, die durch eine Befestigungsmutter an der Hohlschraube gehalten wird. Die Tiefenplatte trägt nach innen zwei Arme, die mit dem im Gehäuse gelagerten Pendelträger verbunden sind. Weiter drückt gegen die Tiefenplatte ein Druckstift, der an einem Arm eines Winkelhebels befestigt ist. Die Winkelhebel, der ebenfalls im Gehäuse ge-lagert ist, ist durch seinen anderen Hebelarm mit einer Verlängerung des oberen Federtel-lers der Tiefenfeder beweglich verbunden. Die Tiefenfeder ist oben mit dem Federteller und unten in der außen mit Trapezgewinde versehenen Spannhülse fest verlötet, die durch einen Gehäusefortsatz gegen Verdrehen gesichert ist. Ferner ist die Spannhülse mit ihrem Trapezgewinde in einem innen ebenfalls mit Trapezgewinde versehenen Einstell-schraubenrad geführt, das im Gehäuse drehbar gelagert ist. In das Zahnrad greift eine Schnecke, die mit einem Schneckenrad außerhalb des Gehäuses (Spanntrieb Abb. 35) auf einer Welle befestigt ist. Die Welle ist im Gehäuse gelagert und in einer Stopfbuchse durch den Gehäusedeckel geführt. Dieses Schneckenrad greift dann in ein weiteres Schneckenrad, das auf der zweiteiligen, durch Kupplung verbundenen und im Gehäuse-deckel gelagerte Einstellwelle befestigt ist. An dem oberen Ende der Einstellwelle, die wasserdicht in das Gehäuse der Anzeigevorrichtung geführt ist, befindet sich eine Schnecke mit Einstellvierkant. Die Schnecke bewegt über einen Schneckentrieb das Tie-fenmarkenrad mit Tiefenskala. Der Pendelträger ist in zwei Lagerzapfen im Gehäuse gela-gert und besitzt in seinem unteren Teil zwei von beiden Seiten eingesetzte Pufferfedern (Bremseinrichtung), die verstellbar sind. Der untere Teil des Pendelträgers ist als Gehäuse für das Bleigewicht ausgebildet, das druch zwei Entlastungsfedern gegen zwei Begren-zungsstollen im Pendelträger gedrückt wird. Unten seitlich am Gehäuse ist noch eine Ent-wässerungsschraube vorgesehen.

Außerhalb der Tiefenmembran ist in die Hohlschraube eine Verbindungsöse geschraubt, die durch zwei Zapfenschrauben beweglich mit einem Übertragungshebel verbunden ist. Dieser Übertragungshebel ist mit seiner Vertikalachse in zwei am Preßring angebrachten Lagern gelagert und mit einem Knickhebel versehen.

Wirkungsweise

(Abb. 28 – 32)

Die Einstellung der Tiefe erfolgt durch Drehen der Einstellwelle mit einem Vierkantschlüs-sel. Diese Drehbewegung wird einerseits durch den Schneckentrieb auf das Tiefenmar-kenrad übertragen und damit die eingestellteTiefe angezeigt, und andererseits durch das am Ende der Einstellwelle sitzende Schraubenrad über den Spanntrieb auf das Einstell-Schraubenrad übertragen. Durch die Drehbewegung des Einstell-Schraubenrades wird nun die Spannhülse, die ja am Verdrehen gehindert ist, axial verschoben und damit die Tiefen-feder gespannt. Die Spannung der Tiefenfeder wird durch den Winkelhebel und den Druckstift auf die Tiefenplatte mit Membrane übertragen, die sich nach außen wölbt (Abb. 29). Erst wenn der Torpedo seine eingestellte Tiefe erreicht hat, ist der Ausgleich zwischen Federdruck und Wasserdruck erreicht (Abb. 30). Weicht der Torpedo aber von seiner eingestellten Tiefe ab, z.B. nach unten, so wird der Wasserdruck größer und die Membrane wird nach innen gedrückt. Diese Bewegungen werden mit den Bewegungen des starr verbundenen Pendels gemischt.

Bei einer Abweichung des Torpedos aus seiner Lage schlägt das Pendel der Steigung des Torpedos entsprechend aus. Die Ausschläge der Tiefe (gemessen durch die Membrane) und der Lage (gemessen durch das Pendel) werden durch die starre Verbindung von Pen-del und Membrane gemischt und durch den Übertragungshebel auf den Verteilungsschie-ber der Steuermaschine übertragen.

Die Steuermaschine vergrößert die Ausschläge und gibt die Bewegungen verstärkt an die Tiefenruderblätter weiter. Während der Sperrung der Tiefenruder übernimmt der Knickhe-bel die Bewegungen der Membrane mit Tiefenplatte und des Pendels auf und verhindert Beschädigungen (Abb. 51).

III. KesselV. Der Maschinenraum