D. Absperrventil und StopvorrichtungH. Verdampfer mit Zünder
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
V. Der Maschinenraum

E. Druckregler

(Abb. 60 – 66)

Der Druckregler hat die Aufgabe, die vom Kessel kommende Hochdruckluft auf einen gleichbleibenden Arbeitsdruck zu entspannen, bevor sie über den Verdampfer der Maschi-ne zugeleitet wird. Als zweistufiger Regler gebaut entspannt er in der ersten Stufe den Hochdruck von 200 kg/cm² auf einen Mitteldruck von ~ 47 kg/cm² und in der zweiten Stifte den Mitteldruck auf den Arbeitsdruck von ~ 31 kg/cm². Er ist mit seinem Anschluß-stutzen zum Verdampfer und mit einem Befestigungsflansch am Verdampfergehäuse be-festigt.

In einer Bohrung des Gehäuses ist das HD-Drosselventil mit seinem HD-Drosselkolben ein-geschliffen. Sein Ventilteller hat in der Verbindung vom HD-Raum zum MD-Raum seinen Sitz und ist noch mit einer Führungsplatte in der Verlängerung der Gehäusebohrung ge-führt. In eine Aussparung am unteren Ende des HD-Drosselkolbens ragt ein Dorn des im Durchmesser etwas größeren HD-Reglerkolbens, der ebenfalls in der Gehäusebohrung ein-geschliffen ist. Oben und unten ist diese Gehäusebohrung durch je einen Verschlußdeckel verschlossen, wobei der untere Deckel, der HD-Reglerfeder als Führung und Widerlager dient. Druch einen seitlichen Gewindeanschluß ist der HD-Raum über das Kesselabsperr-ventil mit dem Luftkessel verbunden.

In einer zweiten Bohrung des Gehäuses ist der ND-Drosselkolben eingeschliffen. Durch diesen Kolben ist der Schaft des ND-Reglerventils hindurchgeführt und eingeschraubt, wobei der Ventilteller die Verbindung zwischen MD-Raum und ND-Raum verschließt. In einer hülsenförmigen Verlängerung des Ventiltellers nach oben ist die Schließfeder gela-gert, die ihr Widerlager in dem die Bohrung verschließenden Verschlußdeckel hat. Mit sei-nem Ende ragt der Ventilschaft aus dem ND-Drosselkolben heraus und dichtend einge-schliffen, in den ND-Reglerkolben hinein. Als Abschluß ist auf sein Ende eine Begrenzungs-schraube geschraubt, während der hohle Kolben durch eine Schraube verschlossen ist. In der Verlängerung der Bohrung ist in das Gehäuse die Federhülse geschraubt, in welcher die ND-Reglerfeder zwischen ihren beiden Federtellern ruht. Der obere Federteller liegt gegen den ND-Reglerkolben und der untere gegen die in der Federhülse eingeschraubte Spannschraube. Durch einen Gewindestutzen mit Überwurfmutter ist der ND-Raum mit dem Verdampfer verbunden und an ihn gehalten. Eine innere Gehäusebohrung verbindet den Raum unter dem HD-Kolben mit dem ND-Raum.

In zwei Angüssen des Reglergehäuses sind zwei Reglerölgefäße, das HD- und das MD-Öl-gefäß eingeschraubt. Das HD-Ölgefäß dient zur Aufnahme des Schmieröls für den HD-Drosselkolben und ist mit einer Füll- und Entleerungsschraube versehen. Eine Bohrung im Gehäuse läßt HD-Luft in das HD-Ölgefäß treten und eine weitere Bohrung mit anschlies-sendem Steigrohr verbindet Ölgefäß mit ND-Drosselkolben. Das MD-Ölgefäß dient zur Auf-nahme des Öles für die Schmierung des HD-Reglerkolbens, sowie zur Aufnahme des Öles zum Spannen der ND-Reglerfeder durch Spreizen des ND-Kolbens. Der Aufbau gleicht dem des HD-Ölgefäßes und Bohrungen im Gehäuse verbinden das MD-Ölgefäß mit dem MD-Raum und über den Sperrschieber mit dem HD-Reglerkolben, mit dem ND-Reglerkolben so-wie mit dem Raum zwischen ND-Drossel- und ND-Reglerkolben. Der bereits erwähnte Sperrschieber ist ebenfalls in das Gehäuse geschliffen und besitzt zwischen zwei Dichtun-gen eine größere Eindrehung. Seine obere Verlängerung ist mit dem Übertragungshebel des Ingangsetzungsapparates verbunden.

Wirkungsweise (Abb. 61, 62 u. 65)

Im Augenblick des Abwurfes wird durch das Legen des Öffnungshebels der HD-Luftweg zum Druckregler freigegeben. Der durch die HD-Ventilfeder offen gehaltene HD-Ventilteller läßt den Luftstrom in den MD-Raum treten. Hier versperrt aber das durch die Schließfeder geschlossene ND-Ventil den Weiterweg. Es entsteht also im MD-Raum solange ein Druck-anstieg, bis der Druck auf den Ventilteller im MD-Raum die Öffnungskraft der HD-Ventilfe-der überwindet, und das Ventil schließt. Das ND-Ventil bleibt weiterhin durch Federkraft geschlossen (Abb. 62). Durch innere Bohrungen gelangt HD-Luft zum HD-Ölgefäß und da-durch über das Steigrohr Öl zum HD-Drosselkolben und schmiert, bzw. dichtet diesen. Desgleichen gelangt MD-Luft in das MD-Ölgefäß und somit Öl zwischen die beiden Dicht-bunde des Sperrschiebers. Beim Eintritt des Torpedos in das Wasser wird die mit dem Sperrschieber verbundene Wasserschlagklappe gelegt (Abb. 65). Dadurch wird auch zwangsläufig der Sperrschieber nach unten bewegt, der nun mit seiner Ausdrehung eine Verbindung zwischen den beiden unterbrochenen Ölleitungen herstellt. ND-Drossel- und Reglerkolben werden durch das in dem Raum zwischen beide Kolben strömende Öl ausein-andergetrieben, außerdem werden die verschiedenen Schmierstellen mit Öl versorgt. Während der ND-Reglerkolben sich gegen die ND-Reglerfeder stützt und diese spannt, geht der ND-Drosselkolben hoch und öffnet das ND-Reglerventil gegen den Druck der Schließfeder. Luft kann nunmehr in den ND-Raum treten und die Maschine springt an. Gleichzeitig gelangt auch ND-Luft durch eine innere Bohrung unter dem HD-Reglerkolben und wirkt hier im glei-chen Sinne wie die HD-Reglerfeder, d.h. sie öffnet das HD-Ventil weiter, was einen Druckanstieg im MD-Raum zur Folge hat. Das Ventil bewegt sich da-durch wieder abwärts bis in eine Stellung in der durch den Öffnungsquerschnitt gerade soviel Luft zum MD-Raum strömen kann, um eine Gleichgewichtstellung zu halten. Im ND-Raum drückt die vom MD-Raum einströmende Luft die Spannung trotz der Luftentnahme durch die Maschine in die Höhe.

Der erhöhte Druck wirkt auch auf die Oberseite des ND-Ventiltellers, der dadurch soweit schließt, daß nunmehr die von der Maschine verbrauchte Luftmenge durchtreten kann. Die Spannung der ND-Reglerfeder ist also allein maßgebend für den sich im ND-Raum ein-stellenden Betriebsdruck. Er kann durch Verstellen der Spannschraube in der Federhülse geändert werden.

F. Der Ingangsetzungsapparat

(Abb. 67 u. 68)

Der Ingangsetzungsapparat hat die Aufgabe, beim Rohrschuß (ohne Wasserschlagklappe) das Anlassen der Maschine etwa 2 sec. zu verzögern und beim Abwurf die Wasserschlag-klappe mit Sicherheit zu legen, wenn sie beim Eintritt in das Wasser nicht gelegt wurde.

Das Gehäuse, das zwei voneinander getrennte Kammern aufweist, ist mit einem Flansch am Druckregler befestigt. In der oberen Kammer ist eine Gummimembrane durch einen Preßring im Gehäuse gehalten. Durch die Membrane ist der Schaft einer Tiefenplatte ge-führt und durch eine Schraubenmutter an der Membrane dichtend befestigt. Eine Stütz-feder, die über eine im unteren Federteller geführte Führungsstange gestreift ist, drückt von unten gegen die Tiefenplatte. Die obere Verlängerung der Tiefenplatte ist beweglich mit einem Übertragungshebel verbunden, der auf einer Seite in einem Gehäuseanguß ge-lagert und auf der anderen Seite mit einem kleinen Steuerschieber verbunden ist. Dieser Schieber ist in einer Bohrung im Gehäuse eingeschliffen und hat zwischen zwei Dichtbun-den eine Ausdrehung, zu der über einen Gewindeanschluß eine Luftleitung vom Regler für GA führt.

Eine kleine Bohrung im Gehäuse verbindet die Schieberbohrung mit der unteren Kammer im Gehäuse. In der unteren Kammer ist der Arbeitskolben eingeschliffen, der mit seiner Stoß-stange in der Verschlußschraube geführt ist. Eine kleine Feder, die über die Stoßstange gestreift ist und ihr Widerlager in der Verschlußschraube hat, hält den Arbeitskolben in seiner oberen Stellung. Unten am Gehäuse ist in einem Anguß der Übertragungshebel zum Sperrschieber gelagert, der mit einem Rastbolzen versehen ist. Dieser Rastbolzen hält den Übertragungshebel und damit auch den Sperrschieber in einer der beiden möglichen Stel-lungen fest, indem er in eine der beiden Rasten in dem Rastenbügel einrastet.

Wirkungsweise (Abb. 61 u. 65)

Beim Eintritt des Torpedos in das Wasser wird normalerweise die Wasserschlagklappe ge-legt, was das Anspringen der Maschine bewirkt. Beim Rohrschuß (ohne Wasserschlagklap-pe) dagegen oder beim Versagen der Wasserschlagklappe wird die Maschine durch den Ingangsetzungsapparat angelassen. Der Torpedo sinkt infolge seines Untertriebs ab. Beim Unterschreiten einer bestimmten Tiefe wird nun die federgestützte Membrane soweit ein-gedrückt, daß der mit ihr gekuppelte Steuerschieber verschoben wird und durch seine Ausdrehung den Preßluftweg zu dem Arbeitskolben freigibt. Der Arbeitskolben wird gegen den Federdruck nach unten gedrückt, wobei seine Stoßstange den Übertragungshebel mitnimmt. Der mit dem Übertragungshebel gekuppelte Sperrschieber wird nach unten ge-zogen, wodurch nunmehr die Maschine anspringt. Der Sperrschieber wird durch den ein-gerasteten Rastbolzen in seiner Stellung festgehalten.

G. Der Mehrwegehahn

(Abb. 69 – 71 u. 77)

Der Mehrwegehahn hat die Aufgabe, den Luftweg zwischen dem Druckregler und den Ge-fäßen und dem Verdampfer mit dem Legen des Öffnungshebels freizugeben. Eine Kupp-lungseinrichtung ermöglicht das Durcharbeiten der Maschine mit Luft ohne Zuführung der Betriebsstoffe.

Das zylindrische Hahnkücken ist in einer Bohrung des Verdampferdeckels eingeschliffen und darin axial verschiebbar. Es ragt an einer Seite aus der Gehäusebohrung heraus und ist hier mit eine Aussparung versehen, in die ein Bolzen des Kupplungshebels greift. Dieser Kupplungshebel ist mit einem Gelenk versehen, das durch einen Bügel festgesetzt werden kann (Abb. 53 u. 54). Er ist ferner zusammen mit dem Übertragungshebel auf einer Welle, die im Gehäuse des Absperrventils gelagert ist, befestigt. Der Übertragungshebel trägt an seinem Ende eine Kulisse, in welche ein Bolzen der Zahnstange des Absperrventils greift. Das Hahnkücken selbst ist mit 4 Querbohrungen versehen, von denen zwei innerhalb des Kückens miteinander verbunden. Das Gehäuse ist noch mit 5 Gewindeanschlußstutzen versehen, von denen die beiden oberen zum Anschluß der Luftleitung zur Wasserkammer und zum Anschluß der Brennstoffleitung von den Brennstoffbehältern dienen. Ein seitlicher Stutzen dient zum Anschluß der Wasserleitung von der Wasserkammer, während die bei-den unteren Stutzen zum Anschluß der Wasserleitungen zu den Brennstoffbehältern und zum Verdampfer dienen. In die Bohrungen des Hahnkückens für Brennstoff und Wasser zum Verdampfer sind Drosselschrauben zur Konstanthaltung der Brennstoff- und der Was-sermengen eingeschraubt.

Wirkungsweise (Abb. 69)

Mit dem Legen des Öffnungshebels wird durch die Zahnstange auch der Übertragungshe-bel und damit in gekuppeltem Zustande der Kupplungshebel bewegt, wobei der Bolzen der Zahnstange zuerst die Kulisse der Kupplung durchlaufen muß. Der Kupplungshebel ver-schiebt das Hahnkücken axial, so daß die Bohrungen im Hahnkücken mit denen der An-schlußstutzen in Übereinstimmung kommen. Es tritt also Luft vom Druckregler über den Verdampfer, Vierwegehahn zur Wasserkammer und drückt Wasser über die Wasserboh-rungen zum Teil zu den Brennstoffbehältern und zum Teil in den Verdampfer. Das in den Brennstoffbehältern unten eintretende Wasser drückt den Brennstoff durch den Mehrwe-gehahn, die Brennstoffleitung und innere Bohrungen im Verdampfer zum Zerstäuber des Verdampfers. Soll die Maschine nur mit Luft durchgearbeitet werden, so kann durch Lösen der Kupplung, der Mehrwegehahn vom Übertragungsgestänge entkuppelt werden.

D. Absperrventil und StopvorrichtungH. Verdampfer mit Zünder