III. Panzerminensperren: Minen mit Knickzünder 43/I und 43/IIIV. SchützenminensperrenInhaltsverzeichnis
Merkblatt - Minensperren im Winter
III. Panzerminensperren
Behelfs-Panzerminen

Allgemeines

66. Behelfsminen gegen Panzerkampfwagen und andere Gefechtsfahrzeuge werden im Schnee, auf und unter dem Eise verlegt. Von ihnen ist viel Gebrauch zu machen.

Minenpläne sind auch für Minensperren aus Behelfs-Panzerminen aufzustellen.

Überwachen von Minensperren aus Behelfs-Panzerminen ist ebenfalls notwendig.

Im Schnee

67. Brettstückminen mit mindestens 5 kg Ladung verstärken den Abwehrwert von Draht-sperren und Schützenminensperren und erschweren das Räumen durch Panzerkampfwa-gen.

In Schlittenspuren wirken Brettstückminen gegen Räderfahrzeuge und Schlitten.

68. Eine Druckbrettmine gegen Panzerkampfwagen, die in hohem Schnee verwendet wer-den kann, wird folgendermaßen hergestellt:

An einem Brett (3 X 0,25 X 0,05 m) werden drei geballte Ladungen zu etwa 5 kg mit Druckzünder 35 oder drei T-Minen mit T-Minenzündern so befestigt, daß je eine Sprengla-dung etwa 30 cm von einem Ende des Brettes entfernt ist, während die dritte sich in der Mitte des Brettes befindet. Die drei Sprengladungen werden mit Knallzündschnur und Sprengkapsel untereinander verbunden. Ein zweites gleichgroßes Brett wird darübergelegt und mit dem unteren durch Drahtschleuderbunde verbunden. Am unteren Brett der so hergestellten Behelfsmine werden zwei Pfähle – 8 bis 10 cm Durchmesser, 1,50 m lang – befestigt, mit denen die Mine in den Schnee gestellt werden kann (Bild 27).

Bild 27
Druckbrettmine gegen Panzerkampfwagen im Schnee

Alle sichtbaren Flächen erhalten weißen Tarnanstrich. Der anfahrende Panzerkampfwagen berührt das Gestell, dem am besten eine Neigung von etwa 30° nach freundwärts gege-ben wird. Es wird von dem Panzerkampfwagen umgedrückt, und die Mine gerät unter die Gleisdecke und zerknallt. Die große Auflagefläche des unteren Brettes schließt ein Aus-weichen der Mine nach unten aus.

Bei Neuschnee genügt es, die Minengestelle so weit herauszuziehen, daß die Sprengla-dung wieder über den Schnee herausragt.

Beim Einbau muß die Mine gesichert sein. Zu diesem Zweck werden vorbereitete Lehren zwischen Ober- und Unterbrett eingeschoben.

Transport von fertiggemachten Minen auf Fahrzeugen ist verboten.

Auf dem Eise

69. Auf dem Eise werden außer Heeresminen auch geballte Ladungen als Druck- oder Be-obachtungsminen in Linien verlegt (Bild 28). Sie bestehen im allgemeinen aus Sprengla-dungen von 3 bis 5 kg, werden in Abständen von 1,5 m in Eisver-tiefungen verlegt und mit Schnee getarnt.

Bild 28
Sperre aus geballten Ladungen auf dem Eise

Beobachtungsminen unter dem Eise

70. Außer der Flaschen-Eismine (Abschn. II) werden auch Behelfsminen aus geballten La-dungen unter dem Eise als Beobachtungsminen eingebaut. Diese mit entsprechendem Ab-stand verlegten Minen reißen die Eisdecke auf und ergeben durchlaufende Eisspalthinder-nisse.

71. Geballte Ladungen aus ein bis zwei Sprengbüchsen oder geballten 3-kg-Ladungen werden 1,50 bis 2,25 m tief unter die Eisoberfläche versenkt (Bild 29). Der Abstand ist nicht größer als der Wirkungsdurchmesser zu wählen (72).

Bild 29
Sperre aus Behelfsminen unter dem Eise

72. Als Anhalt dienen folgende Werte für Eisstärken bis zu 40 cm:
Ladung 1 kg 2 kg 3 kg
Ladungstiefe 1,50 m 1,75 m 2,00–2,25 m
Wirkungsdurchmesser 5,00 m 6,00 m 8,00 m
Bei Eisstärken über 50 cm ist doppelte Ladung notwendig.

73. Neben den eingeführten Rohrladungen (1,5 m Länge, 3 kg Sprengstoff auf lfd. m) können behelfsmäßige Rohrladungen mit 1–1,5 kg Sprengstoff (Bild 30) aus dünnwandigen Blech- oder Gasrohren von etwa 1,5 m Länge und 40 mm Innendurchmesser für zehn Bohrpatronen oder aus Röhren von etwa 1 m Länge und mindestens 6,5 cm Innendurch-messer für Sprengkörper und einer Bohrpatrone als Zündladung hergestellt werden. Jedes Rohr wird vor dem Einbringen der Sprengladung unten mit einem Holzstopfen verschlos-sen, mit Kabelwachs abgedichtet und 20 cm hoch mit trockenem Sand aufgefüllt. Nach dem Einbringen der Ladung und des Glühzünders wird der obere Teil des Rohres gleichfalls mit trockenem Sand aufgefüllt, mit einem Holzstopfen verschlossen und mit Kabelwachs abgedichtet.

Die blanken Stellen der Zünddrähte sind gut zu isolieren.

Rohrladungen sind bei 1 kg Sprengladung und Eisstärken bis zu 40 cm in einer Tiefe von 1–1,5 m und mit einem Zwischenraum von etwa 5 m zu verlegen.

Bild 30
Rohrladung

Behelfsmäßige Eisminen aus Rohrladungen bleiben bei sorgfältiger Herstellung auch unter Wasser monatelang wirksam.

74. Pionierhorchzüge (mot) können Horchminensperren aus Heeresminen, Behelfsminen und Flaschen-Eisminen auf und unter dem Eise anlegen, überwachen und auslösen (Merk-blatt geh. 15/2 "Richtlinien für Einsatz und Verwendung des Pionierhorchzuges (mot)".

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