E. GAVII. Das Luftruder
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
VI. Hinterteil

F. Winkeleinstellvorrichtung

(Abb. 107 – 108)

Die Winkeleinstellvorrichtung ermöglicht beim Winkelschuß Einstellen und Ablesen eines befohlenen Winkels von außen. Das Gehäuse für Einstellvorrichtung ist im Torpedo an der Hülle befestigt und von außen durch ein Abdeckblech verschlossen. Auf einem in das Ge-häuse geschraubten Lagerzapfen ist das Stellrad (erstes Stirnrad) mit dem Einstellvier-kant gelagert und greift in das zweite Stirnrad, das mit einem Schneckenrad aus einem Stück gefertigt ist. Dieses zweite Stirnrad mit Schneckenrad ist auf der oberen Übertra-gungswelle aufgekeilt, die in einer Bohrung des Gehäuses durch Dichtung und Gewinde-büchse wasserdicht gelagert ist. Auf das untere Vierkantende der oberen Übertragungs-welle ist ein Stirnrad aufgesetzt, das ein Übertragungsgetriebe, bestehend aus dem zwei-ten und dritten Stirnradpaar (Abb. 107) entreibt. Dieses Getriebe ist durch einen Deckel, der un-ten an eine Gehäuseflansch geschraubt ist, gekapselt und darin gelagert. Die un-tere Übertragungswelle, die auf ihrem oberen Vierkantende das letzte Rad des Getriebes trägt, ist nach unten durch den Deckel geführt und mit einer Überwurfmutter darin gehal-ten. An ihrem unteren Ende trägt die untere Übertragunsgwelle ein Kreuzgelenk, das mit seinem Kupplungsbolzen in Schlitzen des Zwischenstücks geführt ist. Eine Druckfeder, die oben gegen das Gehäuse und unten gegen einen Bund des Zwischenstückes liegt, hält diese Verbindung, die eine Längenveränderung zuläßt, immer gespannt. Ein weiteres Kreuzgelenk am Ende des Zwischenstückes stellt die Verbindung mit dem Antriebsvierkant her, der über einen Einstelltrieb (Schneckentrieb) das Winkeleinstellrad am GA verdreht.

Um auch den eingestellten Winkel am Torpedo von außen ablesen zu können, ist mit dem Einstelltrieb noch eine Ablesevorrichtung verbunden. Das mit dem zweiten Stirnrad ver-bundene Schneckenrad treibt über einen Schneckentrieb ein Schneckenrad an, das mit einer Markenscheibe fest verbunden ist. Dieses Rad ist auf dem Radzapfen des ersten Stirnrades gelagert, während ein am Gehäuse befestigter Zeiger die Größe des eingestell-ten Winkels auf der Markenscheibe anzeigt. Dieser Trieb ist ebenfalls durch einen am Ge-häuse befestigten Deckel verkapselt.

G. Der Luftbahnregler

Der Luftbahnregler hat die Aufgabe, den Torpedo während seines Luftweges über das Luftruder in seiner beim Auslösen innegehabten Lage zu halten und Krängungen auszu-gleichen. Er besteht wie der GA aus einem kardanisch aufgehängten Kreiselsystem, je-doch liegt die Kreiselachse in der Hochachse des Torpedos. Der Kreisel wird nur durch einmaliges Anlassen in Umdrehung versetzt, das für die kurze Zeit des Torpedo-Luftwe-ges ausreicht.

Der Luftbahnregler ist mit seinem Gehäuse auf einem Lagerbock an der Torpedohülle mit Schrauben befestigt (Abb. 91). Sein kreisförmiger äußerer Ring ist mit an ihm befestigten Kugellagerzapfen in Kugellagern gelagert, die in zwei Gehäusearmen eingeschraubt und durch Muttern gesichert sind. In den Ring selbst sind noch die Anblasedüsen und die Ku-gellagerzapfen für den inneren Ring eingeschraubt, letztere durch Muttern gesichert. Die Kugellagerpfannen sind in den ovalen inneren Ring geschraubt, der außerdem noch die Kugellager für den Kreisel, eingeschraubt und durch Muttern gesichert, trägt. In den an seinem Umfang mit Anblasetaschen versehenen Kreises ist die Kreiselachse mit konischem Sitz eingepaßt und mit Muttern verschraubt. Sie ragt mit beiden Enden durch die Kugella-ger hindurch und trägt auf einer Seite zwei Regelmutter, während auf der anderen Seite in eine kleine achsiale Bohrung der Sperrhebel einrastet.

Seitlich am Gehäuse ist das Verzögerungsgefäß angeordnet, das unten durch eine Ver-schlußschraube verschlossen ist. Oben ist das Verzögerungsgefäß der Luftanschlußstut-zen eingeschraubt, der gleichzeitig mit einem Filter und mit einer Drosseldüse versehen ist. Zwei sich kreuzende Bohrungen im Luftanschlußstutzen münden in einen Ringkanal über dem Verzögerungsgefäß, der mit Bohrungen im Gehäuse verbunden ist. Diese Boh-rungen führen über einen weiteren Ringkanal im Anlaßventil zur Anblasedüse. Eine weitere Bohrung führt von dem Verzögerungsgefäß über eine Verschlußschraube mit Filter und Drosseldüse in die Luftkammer des Anlaßventils, die auch als Verzögerunsgefäß wirkt. Der Anlaßventilkolben ist parallel zum Verzögerungsgefäß in einer Bohrung im Gehäuse einge-schliffen und hat seinen Sitz in dem bereits erwähnten Ringkanal. Mit seiner im Durchmes-ser etwas schwächeren Verlängerung ist der Anlaßventilkolben im Gehäuse geführt, wobei die Verlängerung mit ihrem aus dem Gehäuse ragenden Teil an dem Sperrhebel in einer Kulisse befestigt ist. Dieser Sperrhebel ist auf eine kleine Welle aufgesetzt, die in einem Lagerbock am Gehäuse gelagert ist und auf ihrem Vierkantende einen Sicherungshebel trägt. Der Sicherungshebel ist mit einer Steuerstange mit Knickfeder verbunden, welche den Sperrhebel jeweils in einer der beiden möglichen Stellungen festhält.

Mit dem Gehäuse aus einem Stück ist das Gehäuse des Arbeitszylinders gefertigt, in dem auch die Bohrung für den Verteilungsschieber liegt. Dieser Verteilungsschieber ist in eine Klaue geschraubt, die ihn mit einem auf dem hinteren Lagerzapfen des äußeren Ringes sitzenden exzentrischen Bolzen verbindet. Er ist mit seinen Dichtbunden und Verteilerbun-den in der Bohrung eingeschliffen, wobei wieder die Dichtbunde nach außen abdichten und die Verteilerbunde drei Eindrehungen voneinander trennen. Ein Anschlußstutzen für geregelte Luft leitet geregelte Luft in die mittlere der drei Eindrehungen, während die Verteilerbunde in Mittelstellung Bohrungen, die vor und hinter den Arbeitskolben führen, verschließen. Zwei weitere Bohrungen führen von den beiden äußeren Eindrehungen in die Apparatekammer und dienen der Abluft. Im Arbeitszylinder selbst, der durch zwei Ver-schlußschrauben verschlossen ist, ist der mit Dichtrillen versehene Arbeitskolben einge-schliffen. Kolben und Kolbenstange sind durch die hintere Verschlußschraube geführt, wobei eine durch Splint gesicherte Stopfbüchse die Durchführung dichtet. Auf ihrem Ende trägt die Kolbenstange eine Kupplungsmutter, mit der sie mit dem Luftrudergestänge ver-bunden wird.

Wirkungsweise (Abb. 110 – 111)

Wenn der Öffnungshebel gelegt wird, tritt auch sofort HD-Luft über Luftanschlußstutzen, Ringkanal, Anlaßventil zur Anblasedüse und bläst den Kreisel an. Zur gleichen Zeit tritt aber auch HD-Luft vom Luftanschlußstutzen über Filter und Drossel in das Verzögerungs-gefäß, füllt dieses und strömt weiter über ein weiteres Filter mit Drossel in die Luftkammer des Anlaßventils. Wenn der Druck dort genügend angestiegen ist, wird der Anlaßventilkol-ben auf seinen Sitz gedrückt, wodurch der Zustrom weiterer HD-Luft unterbrochen und gleichzeitig der Sperrhebel ausgerastet wird. Die Zeit vom Anlassen des Kreisels bis zum Abschluß der HD-Luft reicht aus, um den Kreisel auf die erforderliche Drehzahl zu bringen. Wenn sich nun der LT bei seinem Weg durch die Luft um seine Längsachse verdreht, d.h. krängt, wird auch das Luftrudergehäuse um das festbleibende Kreiselsystem verdreht und der Exzenterbolzen am Lagerzapfen des äußeren Ringes verschiebt dabei den Verteilungs-schieber. Wird der Verteilungsschieber nach einer Seite verschoben, so geben die Vertei-lerbunde die Bohrungen zum Arbeitszylinder frei, und es kann geregelte Luft vom Regler für GA über die mittlere Eindrehung und eine Bohrung auf eine Kolbenseite strömen, wäh-rend die andere Kolbenseite über eine der beiden äußeren Eindrehungen und der Abluft-bohrung mit der Apparatekammer in Verbindung kommt und entlüftet (Abb. 111). Der Ar-beitskolben wird dadurch in eine seiner beiden Endstellungen gedrückt und betätigt dabei über das Luftrudergestänge das Luftruder so lange, bis der Torpedo seine Normallage wieder eingenommen hat, oder ein Ausschlag in umgekehrter Richtung erfolgt. Mit dem Eintritt des LT in das Wasser wird das Luftruder abgestoßen und der Luftbahnregler hat seine Aufgabe erfüllt.

H. Schwanzstück mit Rudergestänge und Treibschrauben

Das Schwanzstück bildet den hinteren Abschluß des Torpedos. An ihm sitzen die waage-rechten und senkrechten Flossen, die Tiefen- und Seitenruder. Es nimmt in einem was-serdichten Wellenschutzrohr die beiden Treibschraubenwellen sowie die wasserdichte Durchführung der verschiedenen Rudergestänge in sich auf.

Es besteht aus dem Kreuzstückvorderteil mit Wellenlagerbock und dem Kreuzstückhinter-teil, die durch das obere, das untere und die beiden seitlichen Verbindungsstücke fest miteinander verbunden sind. Dazwischen sind die beiden Treibschrauben angeordnet.

Das Kreuzstückvorderteil ist mit zwölf Längsverbindungsschrauben an einem Befesti-gungsring im Hinterteil des Torpedos befestigt und trägt, an Befestigungsschuhen genie-tet, die obere – und untere – und die beiden seitlichen Flossen. In das Kreuzstückvorder-teil ragt der Wellenlagerbock, der das Wellenlager eingesteckt und mit Schraubenmutter befestigt trägt und der im Befestigungsflansch mit Schrauben befestigt und verlötet ist. Das Wellenlager, in dem die äußere Welle gelagert ist, ist mit ihrem vorderen Ende in eine Muffe des Wellenschutzrohres geschoben und darin durch Stopfbüchse gedichtet. Die innere Treibschraubenwelle ist in der äußeren Welle gelagert und trägt wie die äußere Welle auf ihrem Ende eine Riffelverzahnung, die in eine entsprechende Innenverzahnung der Treibschraubennaben paßt. Die eigentlichen vierflügeligen Treibschrauben sind auf den Naben aufgekeilt. Zur Aufnahme der axialen Drüke laufen die Treibschraubennaben in drei Druckkugellagern, das vordere – zwischen Wellenlagerbock und vorderer Treibschrau-be, das mittlere – zwischen vorderer und hinterer Treibschraube und das hintere Druck-kugellager zwischen hinterer Treibschraube und Kreuzstückhinterteil. Die Durchführung der Rudergestänge erfolgt, mit Ausnahme des Tiefenrudergestänges, in Stopfbüchsen und Aussparungen des Wellenlagerbockes. Das Tiefenrudergestänge ist in einem Schutzrohr geführt, das in den Wellenbock eingeschraubt ist und seine Abdichtung in einer Stopf-büchse in der Apparatekammer hat. Sämtliche Steuergestänge sind zur Veränderung der max. Ausschläge durch ein eingebautes Stellrad mit Rastring in ihrer Länge verstellbar. Das Kreuzstückhinterteil ist mit seinen beiden seitlichen, einem oberen und einem unteren Steg aus einem Stück gefertigt und durch die entsprechenden Verbindungsstücke fest mit dem Vorderteil verbunden.

Das Tiefenrudergestänge (Abb. 121) ist durch ein Kupplungsstück mit einem Arm des Winkelhebels für Tiefenruder verbunden, der in einer Einfräsung des oberen Verbindungs-stückes gelagert und mit seinem anderen Hebelarm darin geführt ist.

Dieser Arm wieder ist mit dem gabelförmigen Ruderjoch für Tiefenruder beweglich verbun-den, das, um die Verlängerung der inneren Welle greifend, mit den beiden Ruderzapfen der Tiefenruder verbunden ist. Die Tiefenruderblätter selbst nach außen in den beiden seitlichen Verbindungsstücken und nach innen im Kreuzstückhinterteil gelagert.

Das Seitenrudergestänge (Abb. 121) ist ebenfalls durch ein Kupplungsstück mit einem Doppelhebel verbunden, der an der unteren Flosse gelagert ist.

Dieser Doppelhebel wieder ist mit der Übertragungsstange für Seitenruder verbunden, die am unteren Verbindungsstück geführt ist und in einen exzentrischen Zapfen am unteren GA-Ruder am unteren GA-Ruder greift. Die Ruderblätter selbst sind nach außen in zwei an den oberen und unteren Steg geschraubte Lager und nach innen im Kreuzstückhinterteil gelagert sowie durch das GA-Ruderjoch miteinander verbunden.

Das Luftrudergestänge endigt im Kreuzstückvorderteil in eine Zahnstange (Abb. 123), in die ein Stirnrad eingreift, das auf einer in der rechten seitlichen Flosse gelagerten Welle sitzt. Auf ihrem Ende trägt diese Welle ein Kegelrad, in welches ein weiteres Kegelrad greift, das mit einer im seitlichen Verbindungsstück gelagerten Welle verbunden ist. Diese Welle ragt nach hinten aus dem Verbindungsstück heraus und trägt ein Kerbzahnrad, das zusammen mit einem gleichen Kerbzahnrad am Luftruder die Verbindung mit diesem her-stellt.

E. GAVII. Das Luftruder