A. Französische Minen: II. Verlegungsart auf Straßen und im GeländeInhaltsverzeichnis
Merkblatt über fremde Panzerabwehr-Minen
A. Französische Minen
I. Allgemeines

Die französische Mine ist eine Druckmine und wird als Ein- oder Zweizündermine ver-wandt. Gewicht der Sprengmittel 4,5 oder 2,5 kg.

Für beide Minen kommen dieselben, wenig empfindlichen Druckzünder zur Anwendung, die erst auf eine Belastung von etwa 360 kg und mehr ansprechen.

Die Minen sollen gegen Fahrzeuge und Kampfwagen Verwendung finden. Sie wirken gut gegen Raupenketten und Räder und zerstörend gegen leichte Panzerkampfwagen. Sie können gegen Schützen nur mit empfindlicheren Zündern wirksam werden; solche sind bisher nicht beobachtet worden.

Gewöhnliches Überschreiten durch Schützen (nicht draufspringen) ist nach bisherigen Er-fahrungen ungefährlich.

Vorrichtungen zum Anbringen von Zugzündern oder zur Sicherung gegen Wiederaufneh-men sind bei den bisher bekanntgewordenen Minen nicht vorhanden. Bloße Verankerung an Pflöcken ist beobachtet.

An der Westfront wurde die Verwendung französischer Panzerabwehrminen als Straßen-sperre, zum Verminen des Vorfeldes und als durchlaufende Minensperre vor der feindli-chen H.K.L. festgestellt.

Die Verlegung sowohl auf Straßen als auch im Gelände erfolgt bisher schematisch in dich-ter, riegelförmiger Anordnung (siehe Bild 1 und 2), die ebenso wie die oft flache Verlegung unter geringer Tarndecke das Auffinden erleichtert.

Eine besondere Art des Einbaues stellen Minen mit Panzerabwehrpfählen dar (piquets antichars). Der Panzerabwehrpfahl ist dabei mit dem Zünder der Mine so verbunden, daß er durch Druck ihre Detonation bewirkt. Die Pfähle aus Holz oder Eisen sehen nach dem Eingraben der Minengruppe (5 Minen) etwa 1 m aus dem Boden heraus, werden am Rand eines Drahthindernisses eingebaut und sind möglichst getarnt. An Stelle der Minen wer-den oft Behelfsminen oder Granaten mittleren Kalibers eingebaut.

Die französische Vorschrift sieht vor, piquets antichars auch in Hecken, Obstgärten und Rebanlagen zu verwenden.

Die aus zähem Eisenblech bestehende Hülle der französischen Minen wirkt verdämmend. Deshalb Knall bei der Detonation schärfer als bei der deutschen T-Mine.

Der Rauch ihrer Sprengwolke ist heller als derjenige der T-Mine und ähnlich den Artillerie-Sprengwolken, daher bei Artilleriebeschuß schlechte Beobachtungsmöglichkeit, ob Minen detoniert sind. Bei gleichzeitigem Zerknall mehrerer Minen ist Beobachtung möglich.

Beschossene französiche Minenfelder bedürfen ebenso wie deutsche bei der Aufräumung besonderer Vorsicht. Die Sicherungsstifte ihrer Zünder können durch Druck der Detonati-onswelle angeschert und empfindlicher geworden sein.

Ähnliche Minen wie die deutsche S-Mine sind bisher nicht beobachtet worden.

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