V. Alarmleuchtzeichen und -minenInhaltsverzeichnis
Merkblatt - Minensperren im Winter
VI. Räumen von Minensperren

107. Auch im Winter muß der Pionier feindliche Minensperren frühzeitig erkennen, ihre Lage feststellen, Gassen schaffen oder ganze Minensperren räumen; dazu ist sein Auge und seine Hand besonders zu schulen.

108. Minen, die auf dem Erdboden, auf dem Eise oder auf Schnee verlegt wurden, sind nach geringen Schneefällen an leichten Erhebungen zu erkennen. Auf planmäßige oder behelfsmäßige Markierungen, z.B. in den Boden oder in den Schnees gesteckte Äste, an-geknickte Zweige, ist zu achten. Einzäunungen sind ein fast sicheres Zeichen von Vermi-nungen.

Veränderungen der Bodenbedeckung – aufgelockerter oder festgestampfter Schnee im Gelände, auf Wegen und Pfaden, ausgestreuter frischer Schnee, Stroh, Dünger, Verpak-kungsteile u. dgl. –, Drähte, Bindfäden oder Schnüre können auf das Vorhandensein von Minen hindeuten. Aus dem Schnee herausragende Pfähle, die auch weiß getarnt sein kön-nen, deuten auf Panzerminen hin, deren Vorstecker mit dem Pfahl verbunden ist.

Trampelpfade oder Spuren, die im Schnee verlaufen, ohne zu einem erkennbaren Ziel zu führen, sind, besonders wenn sie durch Schnee getarnt wurden, Hinweise auf Verminun-gen.

Aus der dauernden Beobachtung des Feindes und seiner Bewegung  können wertvolle Schlüsse gezogen werden. Meidet er z.B. ohne ersichtlichen Grund gestimmte Wege eines Geländeteiles, oder sind seine Bewegungen auf bestimmte Wege zusammengefaßt, so deutet dies auf Verminung hin.

Beim Suchen der Minen ist immer damit zu rechnen, daß Schützen- und Panzerminen zu-sammen oder gemischt verlegt sind und daß von Scheinminensperren, die mit scharfen Minen gemischt sind, reichlich Gebrauch gemacht wurde.

109. Erkannte Minensperren werden bei Angriffshandlungen auch im Winter durch die vordersten Teile der Angriffsspitzen umgangen oder in Schützenreihe durchschritten.

Steht Zeit zur Verfügung, so werden vor dem Angriff Gassen geschaffen, in denen die einzelnen Minen gesucht und geräumt werden. Dies muß unbemerkt vom Feinde erfolgen und erfordert im Winter sehr viel Zeit und Kräfte.

110. Das Suchen geschieht mit elektrischen oder mechanischen Minensuchgeräten.

Anhalt:
 

M.S.-Geräte
sprechen an:

bei einer Schneehöhe

 
  auf T-Minen auf S-Minen  
  stark

bis 30 cm

bis 15 cm

 
  schwach

bis 35 cm

bis 20 cm

 
  nicht

ab 40 cm

ab 25 cm

 

Sicher und zuverlässig können Minen aller Art im Schnee nur von Hand gesucht werden. Gut bewährt hat sich eine behelfsmäßig hergestellte Suchnadel; eine Fahrradspeiche wird in einen Holzgriff eingesetzt und mit diesem Gerät der Schnee abgestochert. Diese Such-nadel dringt leicht in den Schnee ein, und der Sucher kann auch im Liegen gut damit ar-beiten.

111. Gefundene Minen sind vorsichtig freizulegen und, falls es sich um bekannte Minen handelt, oder sie nicht gegen Aufnehmen gesichert sind, aufzunehmen. Andernfalls müs-sen sie durch aufgelegte Ladungen gesprengt werden. Im Eise festgefrorene Minen sind ebenfalls zu sprengen.

Beim Räumen mit Suchankern oder Suchgabeln besteht die Möglichkeit, unbekannte Minen geräuschlos aus dem Schnee herauszureißen und beiseitezuziehen.

112. Da das Suchen und Räumen in Feindnähe nur im Liegen oder Kriechen hauptsächlich mit der Hand "mit Fingerspitzengefühl" ausgeführt werden kann, sind die dafür eingesetz-ten Pioniere, je nach der Temperatur, häufig abzulösen, um sie vor Erfrierungen zu be-wahren.

113. Geschaffene Gassen sind zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung hat sich in Feindnähe dem Gelände anzupassen, z.B. durch Ausstecken von Reisig oder Strohwischen; abge-setzt vom Feind kann sie durch dunkel gefärbte Einzäunungen vorgenommen werden.

114. Gassen durch eigene Minensperren können für Spähtrupps auch im Winter durch Leitdrähte gekennzeichnet werden. Die Pflöcke, an denen der Leitdraht befestigt wird, dürfen nicht zu weit auseinanderstehen.

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