IV. Schützenminensperren: Schützenmine 42V. Alarmleuchtzeichen und -minenInhaltsverzeichnis
Merkblatt - Minensperren im Winter
IV. Schützenminensperren
Behelfs-Schützenminen

Drahtminen

95. Sprengbüchsen mit Zugzündern als Drahtminen haben sich bewährt. Sie sind bis zu einer Schneehöhe von 40 cm wirksam.

96. Um die Truppe bei Annäherung des Feindes, besonders in unübersichtlichem Gelände bzw. bei Nacht, zu warnen, können Drahtminen mit einem Sprengkörper oder einer Leuchtpatrone als Alarmschüsse eingebaut werden; in wildreichen Gegenden muß mit Auslösen durch Wild gerechnet werden (vgl. Abschnitt V).

97. Ski- und Drahtminen aus Sprengbüchsen können auch zum Sperren von Eisflächen gegen Schützen verwendet werden.

Skiminen

98. Die Skimine (Bild 41) besteht aus einem 43 cm langen gespitzten, mit 1–3 Bohrpatro-nen gefüllten Eisenrohr mit S-Minenzünder1).

Bild 41
Skimine

Sie wird in Ski- oder Schlittenspuren so verlegt, daß die Druckstifte des S-Minenzünders nur wenig aus dem Schnee herausragt. Sie kann waagerecht oder auch mit einer leichten Neigung feindwärts verlegt werden.

Gesamtgewicht: Bei 3 Bohrpatronen rd. 850 g.

99. Bei Mangel an Eisen- oder Papprohren kann eine andere Art der Mine hergestellt wer-den. Sie besteht aus einer Sprengbüchse 24 mit einem S-Minenzünder. Der S.Mi.Z. 44 kann unmittelbar in den Zündkanal von Pi.Spr.M. eingesetzt werden.

Bei Verwendung des S.Mi.Z. 35 wird auf die Sprengbüchse ein Holzbrett genagelt, in das genau über dem Zündkanal ein Loch von 18 mm Durchmesser gebohrt wird. Dann wird das obere Ende der Sprengkapsel mit Isolierband umwickelt. Die Sprengkapsel muß sich gera-de noch in das Verbindungsstück des S.Mi.Z. 35 einführen lassen. Der vorbereitete Zün-der wird in die Durchbohrung des Holzbrettchens eingesetzt und mit Holzspänen und Iso-lierband befestigt (Bild 42).

Bild 42
Sprengbüchse mit S-Minenzünder 35 als Skimine

In besonderen Fällen kann der S.Mi.Z. 35 ohne die in den Bildern 41 und 42 gezeigten Holzteile rasch durch Verwenden des Gewindenippels des Glühzünders 28 oder Glühzünd-stückes 28 als Skiminenzünder fertiggemacht werden (Bild 43).

Bild 43
Fertigmachen des S.Mi.Z. 35 mit Gewindenippel des Glühzünders 28
als Skiminenzünder

Zu diesem Zweck wird das Zünderhalter-Oberteil des Glühzünders bzw. Glühzündstückes abgeschraubt, das Zünderhalter-Unterteil abgezogen und der aus Leichtmetall bestehen-de Gewindenippel durch Zerschlagen des aus Preßstoff bestehenden Zünderhalter-Unter-teils herausgelöst. Der Gewindenippel wird dann so zurechtgebogen, daß er sich in den S.Mi.Z. 35 einsetzen läßt. Der in dieser Weise behelfsmäßig vervollständigte S.Mi.Z. 35 wird in die Skimine eingeschraubt.

Es muß in jedem Falle sorgsam erwogen werden, ob die Glühzünder bzw. Glühzündstücke nicht anderweitig benötigt werden und ob die Lage einen solchen vom ursprünglichen Verwendungszweck abweichenden Gebrauch zwingend erfordert.

Skispuren können behelfsmäßig auch durch Verlegen und Festfrieren von Sprengkörpern oder Bohrpatronen mit S.Mi.Z. 35 vermint werden. Die Skiminen sind beim Verlegen im Schnee festzudrücken.

100. Eine weitere Art behelfsmäßiger Herstellung von Skiminen stellt die Skisplittermine dar (Bild 44).

Sie wird folgendermaßen gefertigt:

Zunächst wird aus Brettstücken ein rechteckiges Holzgehäuse mit Spitze zusammenge-nagelt. Das Gehäuse wird dann in Wasser gelegt, damit es sich vollsaugt und dem später einfüllenden Beton nicht zu schnell die Feuchtigkeit entzieht. Eine Bohrpatrone bzw. ein Sprengkörper wird nun mit eingeschraubtem Gewindenippel des Glühzündstückes in das Gehäuse eingesetzt. Zum Schutz des Zündkanals und zur Herstellung der Öffnung für den S.Mi.Z. 35 wird ein Rohr mit einem etwa größeren Durchmesser als der des S. Mi.Z. 35 über den Gewindenippel gesetzt; der freibleibende Raum im Inneren des Gehäuses wird mit Beton, der mit Stahlsplittern vermischt wird, ausgegossen. Es ist zweckmäßig, den Beton nach etwa 24 Stunden noch einmal anzufeuchten, um eine größere Härte zu erzie-len. In die so fertiggestellte Mine werden eine Sprengkapel und ein S.Mi.Z. 35 eingesetzt.

Bild 44
Splittermine (Beton)

Beim Verwenden des S.Mi.Z. 44 entfällt das Einsetzen des Gewindenippels.

Die in Bild 44 gezeigten Arten der Skisplittermine können auch mit doppelter Ladung und dementsprechend in doppelter Länge gefertigt werden.

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