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| Merkblatt - Minensperren im Winter |
| IV. Schützenminensperren |
| S-Mine 35 und S-Mine 44 |
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Vorbereiten |
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78. Beim Einsetzen der Sprengkapseln in die S-Minen und beim Aufschrauben der Zünder ist darauf zu achten, daß kein Wasser in die Minen hineingelangt. Auch Kondenswasser, das sich an kalten Minen, die in warme Räume gebracht werden, absetzt, kann den Zer-knall der Minen in Frage stellen. |
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Während der Tau- und Schlammperiode ist die Wirkung der S-Mine in Frage gestellt, da sie gegen das Eindringen von Feuchtigkeit kaum geschützt sind. Starker Schneefall und Schneeverwehungen schränken die Wirksamkeit der S-Minen ein. Harschschnee und Ver-eisungen nach Tauwetter stellen das Auslösen der S-Minen immer in Frage. |
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79. S-Minenzünder werden bis zu einer Schneehöhe von etwa 10 cm durch Schützen sicher ausgelöst. |
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80. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Schnee können als Druckminen verlegte S-Minen auch mit Schutzholzdeckel (Bild 31) verlegt werden. |
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Bild 31 |
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| Der Schutzholzdeckel kann gleichzeitig als Druckdeckel wirken (vgl. 84). |
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81. Bei hohem Schnee werden auf Druck verlegte S-Minen auf Brettstücke gesetzt, nachdem der Schnee festgestampft worden ist. Wenn Brettstücke nicht zur Verfügung stehen, muß der Schnee um die S-Mine festgestampft und mit Wasser festgefroren wer-den. Das Wasser bildet einen Eisblock und gewährleistet ein festes Auflager der Mine. Das benötigte Wasser wird am besten in Feldflaschen mitgeführt, die unter der Feldbluse am Hosenträger getragen werden. |
| Verlegen |
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82. Minensperren aus S-Minen sind bei Schnee möglichst zu verlegen, daß sie auch nach der Schneeschmelze wirksam bleiben (87). Sie müssen mindestens 50 m Abstand von der eigenen Stellung haben (vgl. H.Dv. 220/4c "Minensperren" v. 10. August 1944 (N.f.D.) – Sicherheitsbestimmungen). |
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83. Beim Verlegen im Eis muß die Eisdecke eine Stärke von mindestens 30 cm haben, da bei schwächerem Eis die Mine nicht herausspringt, sondern der Topf durch die darunter befindliche dünne Eisschicht hindurch nach unten fortgeschleudert werden kann. |
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Die S-Mine 35 wird bis zum Sicherungsbolzen des Zünders, die S-Mine 44 bis Oberkante Zündergehäuse in das Eis eingebaut und das Minenloch bis Oberkante Minentopf mit Was-ser gefüllt, das in kurzer Zeit gefriert. |
| Zu tief eingefrorene S-Minen springen nicht. |
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84. Um den Zerknall von S-Minen, die als Druckminen verlegt werden, auch bei größerer Schneehöhe zu gewährleisten, kann auf den S-Minenzünder 35 ein Brettchen als Druck-brett aufgesetzt werden (Bild 32). Zu diesem Zweck wird ein Dorn (Fahrradspeiche, Na-gel) zwischen den Druckstiften des S-Minenzünders befestigt. Dieser muß so bemessen sein, daß die Tarnschicht über dem Druckbrett nicht mehr als 30 cm beträgt. |
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Ein gemäß Bild 32 auf den S-Minenzünder 44 aufgesetztes Druckbrett von rd. 10 cm Durchmesser kann dieselbe Wirkung erzielen. Für die Druckstifte sind in das Druckbrett kleine Löcher zu bohren; die Haltedrähte müssen auf der Oberkante des Brettes fest zu-sammengedreht werden. |
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Bild 32 |
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85. Zum Vergrößern der Druckfläche des S.Mi.Z. 35 können die Stifte durch eine Druck-platte von rd. 8 cm Durchmesser und 1 mm Stärke ersetzt werden (Bild 33). Hierdurch wird der Zünder noch bei 40 cm Schneehöhe durch Schützen ausgelöst. Bei Harsch-schnee ist das Auslösen in Frage gestellt. |
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Bild 33 |
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86. Beim Verlegen der S-Mine als Drahtmine wird der Zugdraht nur leicht gespannt. Zu straff gespannter Draht kann bei plötzlichem Witterungswechsel den Zünder betätigen; lose Drähte frieren fest. Die Drahtstecker oder Pfähle sind so einzusetzen, daß der Draht frei geführt wird und nicht festfrieren kann. Damit die Pfähle oder Stecker bei der Schneeschmelze stehenbleiben, sind sie in den Boden zu stecken. Ist dies nicht möglich, so sind sie bei Witterungswechsel rechtzeitig in den aufgetauten Boden nachzustecken. |
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Beim Verlegen bei großer Schneehöhe können die Zugdrähte über Unterstützungen ge-leitet werden (Bild 34). |
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Bild 34 |
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87. S-Minen können einen festen Halt durch einen behelfsmäßig herzustellenden S-Mi-nenhalter erhalten (Bild 35). |
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Bild 35 |
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Der S-Minenhalter besteht aus zwei Stücken 5 bis 10 mm starkem Flach- oder Rundeisen, die U-förmig mit einer lichten Weite von 10,2 cm gebogen sind. Die beiden Eisen werden über Kreuz zusammengeschweißt und mit einer an einem Ende zugespitzten Rund- oder Winkeleisenstange in der Mitte vernietet. Die Stangen sind so lang zu wählen, daß der Halter in den Boden eingeschlagen werden kann; dies ist auch bei gefrorenem Boden möglich. Zweckmäßig werden Innen- und Außenpfähle ebenfalls aus zugespitzten Rund- oder Winkeleisen hergestellt, die, in den gefrorenen Boden eingeschlagen, der Beanspru-chung der Zugdrähte standhalten. |
| Diese Halter können von den Instandsetzungsdiensten angefertigt werden. |
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S-Minen in behelfsmäßigen Haltern bleiben beim Einsetzen von Tauwetter zwar wirksam, sind aber leicht zu erkennen und müssen daher möglichst bald geräumt und neu verlegt werden. |
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88. S-Minen können an Bäumen, Zaunpfählen oder anderen geeigneten Gegenständen befestigt werden. Hierbei muß die S-Mine unter dem Topf eine Unterstützung erhalten; zwei eingeschlagene starke Nägel genügen (Bild 36). |
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Bild 36 |
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Bild 37 |
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Bild 38 |
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89. S-Minen können gegen Aufnehmen durch Unterlegen eines Entlastungszünders S.M.2 gesichert werden. Ein behelfsmäßiges Sichern gegen Aufnehmen ist durch Anbringen eines Sprengkörpers mit Z.Z. 42 gemäß Bild 37 durchzuführbar. |
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Die Zugdrähte der als Drahtmine eingebauten S-Mine können gegen Zerschneiden durch Anbringen eine Fallgewichtes gesichert werden (Bild 38). |
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