| Schußtafel für den schweren Granatwerfer 34 (8 cm) |
| Allgemeine Angaben |
| B. Munition |
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1. Die Angaben dieser Schußtafel gelten für schußtafelmäßiges Geschoßgewicht der schußfertigen Granaten, soweit sie unter den in nachstehender Übersicht aufgeführten Angaben verfeuert werden: |
| Geschoßart | Zünderart |
Schußtafel-
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Anfangsgeschwindigkeit |
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| 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | |||
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Ladung |
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8 cm Wgr. 34 |
Wgr.Z. 38
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3,50 | 75 | 105 | 130 | 152 | 174 |
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8 cm Wgr. 38 |
Wgr.Z. 38
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2. Die 8 cm Wgr. 34, 8 cm Wgr. 38 und 8 cm Wgr. 39 sind zum Bekämpfen von Zielen hinter Deckungen bestimmt, die durch Flachfeuer (MG-Feuer) nicht erfaßt werden kön-nen. Sie haben gute Wirkung gegen lebende Ziele. |
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Durch eine besondere Ausstoßladung (Rückstoßladung) werden die 8 cm Wgr. 38 und 8 cm Wgr. 39 nach dem Aufschlag etwa 1 bis 5 m über dem gewachsenen Boden zur De-tonation gebracht. Ihre Splitterwirkung ist deshalb besser als diejenige der 8 cm Wgr. 34. Günstige Wirkung wird auf mittelfestem Boden erzielt. Ungünstige Bodenbeschaffenkann die Wirkung der Wurfgranaten stark einschränken oder überhaupt aufheben. Bei sehr wei-chem oder moorigen oder zähem Lehmboden, ferner bei tiefem Schnee sind Sprengpunkte meist nicht zu erwarten. Der hintere Geschoßteil tritt nicht wieder aus dem Boden he-raus; die Splitter werden von der Erde verschluckt. Auf Fels oder schweren Stein- und Betonplatten zerschellen die Geschosse. In beiden Fällen bleiben die Wurfgranaten wir-kungslos. |
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Um gute Luftsprengpunkte zu erzielen, sind die 8 cm Wgr. 38 und 39 möglichst nur mit kleinen Ladunen, höchstens jedoch mit der 4. Ladung zu verfeuern. Das Schießen auf Entfernungen unter 200 m ist verboten (Gefährdung der eigenen Truppe !). |
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3. Die Nebelwolke, die sich beim Aufschlag der 8 cm Wgr. 34 Nb. bildet, hat einen Durchmesser von etwa 15 bis 20 m. Sie bleibt bis zu 20 Sekunden wirksam und wandert mit der Windrichtung ab. |
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Näheres über die Abhängigkeit der Nebelwirkung vom Wetter bzw. vom Gelände usw. ist aus der H.Dv. 211/1: »Die Nebelmittel und ihre Handhabung, Heft 1, Grundsätze für Ne-belverwendung« zu ersehen. |
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4. Die 8 cm Wgr. 38 Deut dient zur Zielandeutung für die in den Erdkampf eingreifende Luftwaffe und für weiter rückwärts eingesetzte eigene Erdtruppen. Durch eine besondere Ausstoßladung (Rückstoßladung) wird nach dem Aufschlag eine mit einem Farbsatz gefüll-te Büchse nach rückwärts ausgestoßen, die auf dem Erdboden eine farbige Wolke von etwa 2 bis 3 Minuten Schweldauer erzeugt. Die Farbbüchsen können, vom Geschoßauf-schlag gerechnet, bis zu 50 m nach rückwärts geschleudert werden. Hierbei ist beim An-deuten des Ziels zu achten. Günstige Wirkung wird auf mittelfestem Boden erzielt. Bei sumpfigen und feuchtlehmigen Aufschlaggelände bleibt die Granate wirkungslos und ist deshalb nicht zu verfeuern. Bei felsigem Aufschlaggelände müssen Zerscheller und größe-re Streuungen in Kauf genommen werden. |
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5. Die Wgr.Z. 38, Wgr.Z. 38 St. und Wgr.Z. 38 C sind Fertigaufschlagzünder, bei deren Verwendung darauf zu achten ist, daß die Flugbahn frei von allen Hindernissen, auch klei-nen Ästen, Zweigen, Tarnmitteln u. dgl. ist. Andernfalls können bei der großen Empfind-lichkeit der Zünder, deren Rohrsicherheit etwa 15 m vorwärts des Werfers aufgehoben wird und die sich von da ab in Scharfstellung befinden, Frühzerspringer auftreten, die die Bedienungsmannschaften gefährden. Hierbei ist zu beachten, daß innerhalb dieser Rohr-sicherheitsgrenze beim Auftreffen auf widerstandsfähigere Hindernisse, wie Häuser, Baumstämme, stärkere Äste u. dgl., mit einer Zündung durch Verformung gerechnet wer-den muß (Gefährdung der Bedienungsmannschaften!). |
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Zum Schießen auf nicht verharschten Schnee (Pulverschnee) oder ähnlich weichen Un-tergrund des Zielgeländes (Verschlammung, Morast, dichtes Strauch- und Buschwerk) ist bei Wgr.Z. 38, 38 St. und 38 C die Abschlußplatte des Wgr.Z. zu entfernen. Hierdurch wird die Empfindlichkeit der Zünder vergrößert, wodurch die Blindgängerzahl stark verrin-gert und die Wirkung bedeutend erhöht wird. Die Abschlußplatte kann mit jedem spitzen Gegenstand, wie Taschenmesser, Nagel o. dgl., von der Truppe von Fall zu Fall ohne jede Gefahr leicht entfernt werden. Auf diese Weise darf aber nur der Tagesschießbedarf vor-bereitet werden. Das Lagern von Wurfgranaten mit Wgr.Z. ohne Abschlußplatte für länger als zwei Tage ist wegen der Gefahr des Eindringens von Feuchtigkeit und des dadurch verursachten Blindgehens der Zünder verboten. |
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Wgr.Z. 38, Wgr.Z. 38 St. und Wgr.Z. 38 C mit beschädigter Abschlußplatte sind nach Entfernen der Abschlußplatte, und wenn keine anderen Mängel vorhanden sind, verwen-dungsfähig. Wegen ungenügender Abdichtung sind sie jedoch spätestens innerhalb von zwei Tagen nach Entfernen der Abschlußplatte zu verfeuern; vgl. auch den vorstehenden Absatz. |
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6. Der Wgr.Z. T ist ein Fertigaufschlagzünder, bei dessen Verwendung ebenfalls darauf geachtet werden muß, daß die Flugbahnrichtung frei von allen Hindernissen ist. Nach dem Schuß befindet sich der Zünder etwa 15 m vorwärts des Werfers in Scharfstellung. Hier-bei ist zu beachten, daß innerhalb dieser Rohrsicherheitsgrenze beim Auftreffen auf wi-derstandsfähigere Hindernisse wie Häuser, Baumstämme, stärkere Äste u. dgl., mit einer Zünder durch Verformung gerechnet werden muß (Gefährdung der Bedienungsmannschaf-ten !) |
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Das Entfernen der Abschlußplatte zum Erhöhen der Empfindlichkeit ist beim Wgr. Z. T verboten, weil dadurch bei diesem Zünder Frühzerspringer auftreten können. |
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Zu 5 und 6: |
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Wgr.Z., bei denen zur Steigerung der Empfindlichkeit die Abschlußplatte entfernt werden kann, sind durch ihr helles Aussehen (Wgr.Z. 38 ist aus Aluminium, naturfarben, Wgr.Z. 38 St. ist weiß lackiert und der Wgr.Z. 38 C ist verzinkt) deutlich gekennzeichnet. |
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Beim Wgr.Z. T (schwarzglänzend) darf die Abschlußplatte nicht entfernt werden. |