| Schußtafel für die schwere Feldhaubitze 25 (t) |
| 2. Allgemeine Angaben |
| II. Munition |
|
1a. Um den Einfluß verschiedenartiger Pulverlieferungen, Kartuschhülsen und Führungs-bänder auf die Geschoßstreuung auszuschalten, ist folgendes zu beachten: |
| Für einen Schießauftrag sind nach Möglichkeit nur |
| Ladungen gleicher Pulverlieferung, |
| Kartuschhülsen gleicher Fertigungsart und |
| Geschosse gleicher Art mit gleichen Führungsbändern |
|
zu verwenden. Sonst entstehen unregelmäßige, größere Streuungen durch die die schnel-le Erfüllung des Schießauftrags und somit der Erfolg in Frage gestellt wird. |
|
1. Die Angaben dieser Schußtafel gelten für schußtafelmäßiges Gewicht der schußfertigen Geschosse mit den in nachstehender Übersicht aufgeführten Zündern: |
| Geschoßart | Zünderart1) |
Schußtafelmäßiges Ge- schoßgewicht, schußfertig kg |
||
|
15 cm A.Z.Gr. 37 (t) |
Aufschlagzünder CHZR (t) oder Aufschlagzünder SKHZR (t) |
42,00 | ||
|
15 cm Dopp.Z.Gr. 37 (t) |
Doppelzünder MG-CR (t) |
|||
|
Geschosse, die keine Gewichtsklassenbezeichnung (römische Ziffer I bis V) tragen, gehö-ren zur Gewichtsklasse III. |
|
Die Tugradichtung, die in den Ringnuten der Führungsringe enthalten ist, darf nicht ent-fernt werden. |
|
Das Geschoß muß kräftig angesetzt werden. Sonst gleitet es beim Nehmen der Rohrerhö-hung in den Ladungsraum zurück, wodurch beim Schuß Rohrdetonierer entstehen können. |
|
2. Für die Bekämpfung von Kampfwagen (Kampfentfernung bis 1500 m) dient die 15 cm A.Z.Gr. 37 (t) mit Aufschlagzünder CHZR (t) oder Aufschlagzünder SKHZR (t), beide Zün-der in Stellung o.V. Die Geschosse sind mit der 4. Ladung zu verfeuern. Für diesen Zweck ist die auf der Aufsatztrommel befindliche Meterteilung der 4. Ladung (untere Win-kelgruppe) zu benutzen. |
|
3. Splitterwirkung der 15 cm A.Z.Gr. 37 (t) und der 15 cm Dopp.Z.Gr. 37 (t): |
| Zünder |
Zünder- stellung |
Aufschlagwinkel bzw. Sprenghöhe |
Splitterwirkung nach |
|||
| jeder Seite | vorwärts | |||||
|
Aufschlag- zünder CHZR (t) Aufschlag- zünder SKHZR (t) |
o.V. |
Aufschlagwinkel bis etwa 450– |
50 m | 20 m | ||
| desgl. | desgl. |
Aufschlagwinkel über 450– |
60 m | 23 m | ||
| desgl. |
m.V. (Abpraller) |
Sprenghöhe bis 10 m aufwärts |
60 bis 65 m | 26 m | ||
|
Doppel- zünder MG-CR (t) |
Zeitzünder |
Sprenghöhe 10 - 30 m |
mit zunehmender Sprenghöhe abnehmende Splitterwirkung |
|||
|
Sprenghöhe über 30 m |
keine | keine | ||||
|
Bei Übungen darf bei Nahverteidigungsaufgaben die kürzeste Schußentfernung mit Rück-sicht auf die Splitterreichweite |
|
bei scharfen Geschossen nicht
kleiner als 600 m und |
|
sein. |
|
4. Der Aufschlagzünder CHZR (t) und der Aufschlagzünder SKHZR (t) sind spreng-kräftige, empfindliche Kopfzünder. Sie können mit und ohne Verzögerung verfeuert wer-den. Die Verzögerung beträgt etwa 0,12 Sek. Für den Transport sind die Zünder auf »ohne Verzögerung« eingestellt. |
|
Vor dem Gebrauch des Geschosses ist die am Zünder festgelötete Schutzkappe durch Losreißen des mit einem Abreißring versehenen Blechstreifens senkrecht zur Geschoß-achse zu entfernen. |
|
Soll mit Verzögerung geschossen werden, so ist das Geschoß senkrecht hinzustellen. In dieser Stellung ist der Zünderkörper mit dem »Verzögerungsschlüssel M 30« im entgegen-gesetzten Sinne der Uhrzeigerrichtung bis zum Anschlag herauszuschrauben. Dadurch fällt im Innern des Zünders eine Kugel vor den »o.V.-Zündkanal«. Dann ist der Zünderkör-per wieder bis zum Anschlag einzuschrauben. Jetzt ist der Zünder auf »m.V.« eingestellt. Auf »m.V.« eingestellte Zünder sind daran kenntlich, daß der Zünderkörper nicht so tief eingeschraubt ist wie bei »o.V.-Stellung«. |
|
Bei nichtverfeuerten Geschossen sind auf »m.V.« gestellte Zünder auf »o.V.« zurückzu-stellen. Hierzu ist der Zünderkörper bei stehendem Geschoß bis zum Anschlag herauszu-schrauben. Das Geschoß ist sodann umzulegen; in dieser Lage ist der Zünderkörper wie-der fest einzuschrauben. |
|
Bei Zünderstellung auf Verzögerung entstehen auf ebenem, hartem Gelände bei Auf-schlagwinkeln unter 360¯ Abpraller. Zum Durchschlagen von Deckungen sind Aufschlag- winkel von mindestens 500¯ erforderlich. |
|
Bei Verwendung der Zünder ist besonders darauf zu achten, daß die Flugbahn vor der Mündung frei von allen Hindernissen, auch Zweigen, Blättern u. dgl., ist. Andernfalls kön-nen bei der großen Empfindlichkeit der Zünder, deren Rohrsicherheit sofort nach Verlas-sen der Mündung aufgehoben wird und die sich von da ab in Scharfstellung befinden, Frühzerspringer auftreten, die die Bedienung gefährden. |
|
5. Doppelzünder MG–CR (t) ist ein sprengkräftiger, empfindlicher Kopfzünder. Er kann als Aufschlagzünder und als Zeitzünder verfeuert werden. Vor dem Gebrauch des Ge-schosses ist die am Zünder festgelötete Schutzkappe durch Losreißen des mit einem Ab-reißring versehenen Blechstreifens senkrecht zur Geschoßachse zu entfernen. |
|
Muß der Zünder ausnahmsweise als Aufschlagzünder verfeuert werden, so ist zu prüfen, ob das Kreuz (†) auf dem drehbaren Zündersatzstück genau über der am unteren Zün-derkörper angebrachten Marke (Null) steht. In dieser Stellung ist der Zünder als Auf-schlagzünder schußfertig. Verstellte Zünder sind unbedingt, auf jeden Fall, in die Stel-lung »Kreuz auf Marke« einzustellen. Sonst ergeben sich Frühzerspringer, die die Bedie-nung gefährden. Bei Verwendung als Aufschlagzünder ist Ziffer 4, letzter Absatz, zu be-achten. |
|
Beim Schießen als Zeitzünder (Brennzünder) ist die in der unteren Winkelgruppe und in der 1. Ladung der oberen Winkelgruppe in Spalte 5 der Kommandotafel für 0 m Restflug-weite für die Mündungswaagerechte angegebene Zünderstellung mit dem »Stellschlüssel« einzustellen. Zu diesem Zweck ist das mit der Brennzünderteilung versehene drehbare Satzstück des Zünders so weit zu drehen, bis der kommandierte Wert über der am unte-ren Zünderkörper angebrachten Marke (Null) steht. Kleinere Werte, als in Spalte 5 (Zün-derstellung) der Kommandotafel angegebenen, dürfen am Zünder nicht eingestellt wer-den, da sonst Frühzerspringer auftreten, die die Bedienung gefährden. Insbesondere darf auch die Null der Brennzünderteilung, die bei älteren Zünderlieferungen noch vorhanden ist, nicht eingestellt werden. |
|
Zu Ziffer 4 und 5. |
|
Nichtverfeuerte Geschosse, bei denen die Schutzkappen der Zünder entfernt worden sind, sind voll transportfähig. Sie sind jedoch den Witterungseinflüssen verstärkt ausge-setzt und sind daher bei weiteren Schießen zuerst zu verfeuern. Gestellte Dopp.Z. müs-sen für den Transport stets auf Aufschlagstellung (Kreuz auf Marke) zurückgestellt wer-den. |