| Schußtafel für die 8 cm Feldkanone 30 (t) |
| 2. Allgemeine Angaben |
| II. Munition |
|
1. Die Angaben dieser Schußtafel gelten für schußtafelmäßiges Geschoßgewicht der schußfertigen Geschosse mit den in nachstehender Übersicht aufgeführten Zündern: |
|
Geschoßart |
Zünderart1) |
Schußtafelmäßiges Geschoßgewicht, schußfertig |
||
|
Aufschlagzünder |
8,04 |
|||
| 8 cm A.Z.Gr. 30 (t) | oder | |||
|
Aufschlagzünder SKHZR (t) |
||||
|
8 cm Dopp.Z. Gr. 35 (f) |
Doppelzünder VG-SKR (t) |
|||
| und | oder | |||
|
8 cm Dopp.Z. Gr. 30 (t)2) |
Doppelzünder VG-CR (t) |
|
Die 8 cm Dopp.Z.Gr. 35 (t) und die Dopp.Z.Gr. 30 (t) sind ballistisch gleich wertig. Sie werden beide nach der Kommandotafel Seite 90 usw. verschoßen. Bei Schiessen mit Dopp.Z.Gr. 30 (t) sind jedoch die Angaben für die »Zünderstellung« aus der Tafel Seite 160 usw. zu entnehmen. Die beiden Geschosse sind äußerlich gleich. Die unterschiedliche Kennzeichnung ist nur auf den Packgefäßen vorhanden; Geschosse nicht verwechseln ! |
|
2. Für die Bekämpfung von Kampfwagen (Kampfentfernung bis 1500 m) dient die 8 cm A.Z.Gr. 30 (t) mit Aufschlagzünder CH ZR (t) oder Aufschlagzünder SK HZR (t), beide Zünder in Stellung o.V. Die Geschosse sind mit der großen Ladung zu verfeuern. |
|
3. Die Geschosse müssen kräftig angesetzt werden. Sonst gleiten sie beim Nehmen der Rohrerhöhung in den Ladungsraum zurück, wodurch beim Schuß Rohrdetonierer entstehen können. Bei Geschossen, die an Stelle eines Farbanstrichs mit einer Fettschicht versehen sind, darf diese nicht entfernt werden. |
|
Geschosse, an denen die Gewichtsklassenbezeichnung fehlt, gehören zur Gewichtsklasse III. |
|
4. Splitterwirkung der 8 cm A.Z.Gr. 30 (t), der Dopp.Z.Gr. 35 (t) und der Dopp.Z. Gr. 30(t): |
|
Zünder |
Zünder- |
Aufschlagwinkel |
Splitterwirkung |
|||
|
jeder Seite |
vorwärts |
|||||
|
Aufschlagzünder |
o.V. |
Aufschlagwinkel bis etwa 450– |
20 m |
8 m |
||
|
Aufschlagzünder |
||||||
|
desgl. |
desgl. |
Aufschlagwinkel |
25 m |
10 m |
||
|
desgl. |
m.V. |
Sprenghöhe |
20 m |
10 m |
||
|
Doppelzünder |
Sprenghöhe |
mit zunehmender Spreng-höhe abnehmende Splitter-wirkung |
||||
|
Doppelzünder |
Sprenghöhe |
keine |
keine |
|||
|
Bei Übungen darf bei Nahverteidigungsaufgaben die kürzeste Schußentfernung mit Rück-sicht auf die Splitterreichweite |
|
bei scharfen Geschossen nicht
kleiner als 400 m und |
|
sein. |
|
5. Der Aufschlagzünder CHZR (t) und der Aufschlagzünder SKHZR (t) sind empfind-liche, sprengkräftige Kopfzünder. Sie können mit und ohne Verzögerung verfeuert werden. Die Verzögerung beträgt etwa 0,12 Sek. Für den Transport sind die Zünder auf »ohne Verzögerung« eingestellt. |
|
Vor dem Gebrauch des Geschosses ist die am Zünder festgelötete Schutzkappe durch Loßreißen des mit einem Abreißringes versehenen Blechstreifens senkrecht zur Geschoß-achse zu entfernen. |
|
Soll mit Verzögerung geschossen werden, so ist das Geschoß senkrecht hinzustellen. In dieser Stellung ist der Zünderkörper mit dem zugehörigen Schlüssel im entgegengesetzen Sinne der Uhrzeigerrichtung bis zum Anschlag herauszuschrauben. Dadurch fällt im Inne-ren des Zünders eine Kugel vor dem »o.V.-Zündkanal«. Dann ist der Zünderkörper wieder bis zum An schlag einzuschrauben. Jetzt ist der Zünder auf »m.V.« eingestellt. Auf »m.V.« eingestellte Zünder sind daran kenntlich, daß der Zünderkörper nicht so tief ein-geschraubt ist wie bei »o.V.-Stellung«. |
|
Bei nichtverfeuerten Geschossen sind auf »m.V.« gestellte Zünder auf »o.V.« zurückzu-stellen. Hierzu ist der Zünderkörper bei stehendem Geschoß bis zum Anschlag herauszu-schrauben. Das Geschoß ist sodann umzulegen; in dieser Lage ist der Zünderkörper wie-der fest einzuschrauben. |
|
Bei Zünderstellung auf Verzögerung enstehen auf ebenem hartem Gelände bei Aufschlag-winkeln unter 360¯ Abpraller. Zum Durchschlagen von Deckungen sind Aufschlagwinkel von mindestens 500¯ erforderlich. |
|
Bei Verwendung der Zünder ist besonders darauf zu achten, daß die Flugbahn vor der Rohrmündung frei von allen Hindernissen, auch Zweigen, Blättern u. dgl. ist. Andernfalls können bei der großen Empfindlichkeit der Zünder, deren Rohrsicherheit sofort nach Ver-lassen der Mündung aufgehoben wird, und die sich von da ab in Scharfstellung befinden, Frühzerspringer auftreten, die die Bedienung gefährden. |
|
6. Der Doppelzünder VG–SKH (t) und der Doppelzünder VG–CR (t) sind sprengkräf-tige, empfindliche Kopfzünder. Sie können als Aufschlagzünder und als Zeitzünder ver-feuert werden. |
|
Vor dem Gebrauch des Geschosses ist die an den Zündern festgelötete Schutzkappe durch Loßreißen des mit einem Abreißring versehenen Blechstreifens senkrecht zur Ge-schoßachse zu entfernen. |
|
Beim Schießen als Zeitzünder (Brennzünder) mit der 8 cm Dopp.Z.Gr. 35 (t) ist die in Spalte 6 der Kommandotafel Seite 90 usw. und beim Schießen mit der 8 cm Dopp.Z.Gr. 30 (t) ist die in Spalte 3 der Tafel 11 (Seite 160 usw.) für 0 m Restflugweite für die Mün-dungswaagerechte angegebene Zünderstellung mit dem »Großen Zünderstellschlüssel M 36« einzustellen. Zu diesem Zweck ist das mit der Brennzünderteilung versehene dreh-bare Satzstück so weit zu drehen, bis der kommandierte Wert über der am unteren Zün-derkörper angebrachten Marke (Null) steht. Kleinere Werte, als die in der Spalte »Zünder-stellung« der Kommandotafel angeben sind, dürfen am Zünder nicht eingestellt werden, da sonst Frühzerspringer auftreten, die die Bedienung gefährden. Insbesondere darf die Null der Brennzünderteilung, die bei älteren Zünderlieferungen noch vorhanden ist, nicht eingestellt werden. |
|
Muß der Zünder ausnahmsweise für Az-Schießen verwendet werden, so ist zu prüfen, ob das Kreuz (†) auf den drehbaren Zündersatzstück genau über der am unteren Zünder-körper angebrachten Marke (Null) steht. In dieser Stellung ist der Zünder als Aufschlag-zünder schußfertig. Verstellte Zünder sind unbedingt, auf jeden Fall, in die Stellung »Kreuz auf Marke« einzustellen. Sonst ergeben sich Frühzerspringer, die die Bedienung gefährden. |