I. Allgemeine AngabenIII. Kessel
Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
II. Übungskopf

(Abb. 3 – 23)

A. Allgemeines

(Abb. 3)

Der Übungskopf ersetzt den Gefechtskopf beim Übungsschießen. Die Einrichtungen und Zubehörteile erleichtern das Einfangen und Wiederfinden des aufgekommenen, unter der Wasseroberfläche treibenden Torpedos und ermöglichen den Einbau von Meßgeräten. Um beim Übungsschuß die gleichen ballistischen Verhältnisse wie beim Gefechtsschuß zu er-zielen, wird der Übungskopf vor dem Schuß mit Wasser gefüllt. Diese Wassermenge wird durch die Ausblasevorrichtung beim Nachlassen des Fahrstromes oder beim Absinken des Torpedos unter eine einstellbare Tiefe in kürzester Zeit ausgeblasen, wodurch der Torpe-do den nötigen Auftrieb erhält.

Die Kopfhülle ist innen verzinnt, mit vier Versteifungsringen versteift und vorn durch ein halbkugelförmiges Kopfstück abgeschlossen, in das der Schlepphaken eingeschraubt ist. Am oberen Teil der Kopfhülle sind die beiden Ausblasevorrichtungen, das Ausströmventil, das Füllventil für die Preßluftflaschen, die Wasserfüllschraube und der Flansch für den Leuchtbehälter angebracht. Am unteren Teil der Kopfhülle sind die Lagerböcke für die bei-den Preßluftflaschen, der Befestigungssteg für das Doppelventil, das Luftfilter, die Ent-wässerungsschraube und der Bleiballast befestigt.

B. Preßluftflaschen und Füllventil

(Abb. 10)

Die beiden Preßluftflaschen enthalten je 4l der zum Ausblasen des Wasserballastes erfor-derlichen Druckluft von 200 kg/cm² und werden über das Füllventil und eine Rohrleitung gefüllt. Eine weitere Rohrleitung führt von den Preßluftflaschen über ein Filter zu den bei-den Ausblasevorrichtungen. Das Füllventil selbst (Abb. 10) ist ein einfaches Rückschlag-ventil, bestehend aus Ventilgehäuse, Füllventileinsatz, im Gehäuse gehalten durch einen Preßring, Füllventilkegel mit Ventilfeder. Das Ganze ist verschlossen durch eine Verschluß-schraube.

C. Ausblasevorrichtung

(Abb. 11 – 23)

Die Ausblasevorrichtung hat die Aufgabe, das im Kopf mitgeführte Wasser bei Nachlassen des Fahrstromes oder beim Absacken des Torpedos auszublasen, wobei das Verzöge-rungsgefäß bei kurzer Oberflächendurchbrechung ein zu frühes Ausblasen verhindern soll. Die gesamte Ausblasevorrichtung ist in einem nach oben offenen, an der Kopfhülle ange-nieteten Gehäuse gelagert und mit Befestigungsschrauben gehalten. Sie besteht aus einer Wasserschlagklappe, einem Ausblaseventil, einer Ausblasesperrung, einer Tiefenaus-blaseeinrichtung und dem Verzögerungsgefäß.

Die runde Wasserschlagklappe ist in zwei Angüssen des Oberteils der Ausblasevorrichtung gelagert und hat in ihrer Fortsetzung am Drehpunkt einen Nocken. Dieser Nocken liegt auf dem Ventilhebel (Abb. 12 u. 15) auf, der auf einer Seite um einen Drehpunkt beweglich gelagert und auf der anderen Seite mit dem Kupplungshebel (Abb. 20) gelenkartig ver-bunden ist. Mit der Wasserschlagkupplung ist auch noch ein Übertragungshebel aus einem Stück gefertigt, der mit einer Zugstange beweglich verbunden ist. Über die Zugstange, die auf ihrem Ende den Sperrklotz trägt, ist die Öffnungsfeder gestreift. Durch die Feder-kraft der Öffnungsfeder würde die Wasserschlagklappe dauernd aufgerichtet sein und ihr Nocken auf den Ventilhebel drücken, der seinerseits mit seiner Einstellschraube auf das Ausblaseventil drücken würde. Um das zu verhindern, ist eine Sperrvorrichtung, die für eine einstellbare Laufstrecke die Öffnungsfeder in ihrer Wirkung sperrt, eingebaut.

Diese Sperreinrichtung (Abb. 18 u. 19) trägt in einem Lagerbock, der auf das Oberteil der Ausblasevorrichtung geschraubt ist, ein Zwischengetriebe, das von einem Flügelrad sei-nen Antrieb erhält. Durch ein Zahnrädchen wird diese Bewegung auf eine Zahnstange übertragen, die beweglich mit dem Sperrhebel verbunden ist. Dieser Sperrhebel trägt eine Sperrnase, die sich bei eingedrückter Sperrung vor dem Sperrklotz der Zugstange legt. Durch eine Druckfeder wird ein Andrückhebel auf die Zahnstange gedrückt, so daß diese jederzeit auf dem Zahnrädchen aufliegt.

Im Kupplungshebel (Abb. 20 – 23), der als Winkelhebel ausgebildet und im Oberteil der Ausblasevorrichtung drehbar gelagert ist, ist die Zugspindel der Tiefenausblasevorrich-tung geführt. Diese Tiefenausblasevorrichtung besteht in der Hauptsache aus einer Gum-mimembrane, die zwischen dem Oberteil der Ausblasevorrichtung und dem Federgehäuse (Abb. 22) eingespannt und durch die acht Befestigungsschrauben des Federgehäuses gehalten ist. In der Mitte der Membrane ist die Druckplatte durchgeführt und durch eine gegenliegende Metallplatte und einen Preßring an der Gummimembrane befestigt. In die Druckplatte selbst ist die Zugspindel geschraubt, die einen Haltebund aufgeschraubt trägt. Eine Tiefenfeder, die ihr oberes Widerlager in der Druckplatte hat, setzt sich unten auf den in das Federgehäuse eingeschraubten Federteller. In eine Ausnehmung des Fe-dertellers greift das Vierkantende der Zugspindel. Der Federteller und damit die Spannung der Tiefenfeder kann in einem Bereich, das durch die ebenfalls in das Federgehäuse ein-geschraubte Begrenzungsschraube festliegt, verstellt werden. Das Ausblaseventil (Abb. 12 u. 14) ist vom Inneren des Übungskopfes aus in das an der Hülle befestigte Gehäuse geschraubt. Das Ventilgehäuse hat einen Ventileinsatz, in dem der aus dem Einsatz he-rausragende lange Schaft des Ventils geführt ist und in dem der Ventilkegel seinen Sitz hat (Abb. 8). Seitliche Bohrungen im Einsatz und ein Ringkanal im Gehäuse für die ganze Ausblasevorrichtung ermöglichen der Ausblaseluft bei geöffnetem Ventil den Durchtritt über eine Drosseldüse in den Übungskopf. Die Ventilfeder, die ihr Widerlager in einer Ver-schlußschraube mit Abschlußstutzen für die Rohrleitung vom Verzögerungsgefäß hat, drückt den Ventilkegel auf seinen Sitz im Ventileinsatz.

Das Verzögerungsgefäß, das in einem Anguß des Gehäuses für die Ausblasevorrichtung untergebracht ist, besitzt zwei Anschlußstutzen für Rohrleitungen. Der seitliche Stutzen, von dem auch ein Rohrstück nach innen ragt, dient zum Anschluß der Luftleitung von den Preßluftflaschen über den Filter. Der Anschlußstutzen in der Mitte unten dient zum An-schluß der Rohrleitung zum Ausblaseventil.

Wirkungsweise

Vor dem Übungsschuß wird an den beiden Ausblasevorrichtungen die Ausblasesperrung eingedrückt. Der Torpedo wird nun geschossen oder geworfen. Das durch den Fahrstrom gedrehte Flügelrad bewegt über das Zahnrädchen die Zahnstange nach vorn und damit auch den Sperrhebel, bis dessen Sperrnase den Sperrklotz der Zugstange frei gibt (Abb. 17). Nun versucht die Öffnungsfeder über die Zugstange und den Übertragungshebel die Wasserschlagklappe aufzurichten, sie wird aber vorerst noch durch den Fahrtstrom nach unten gedrückt. Wenn am Ende des Torpedolaufes die Geschwindigkeit sinkt, überwindet die Öffnungsfeder den Fahrtstrom und drückt die Wasserschlagklappe hoch. Der Nocken der Wasserschlagklappe drückt auf den aus dem Ventileinsatz ragende Schaft des Aus-blaseventils, und dessen Ventilkegel wird gegen Druck der Ventilfeder von seinem Sitz gehoben. Die Druckluft drückt nun zunächst das Öl des Verzögerungsgefäßes durch die seitlichen Bohrungen im Ausblaseventil und die Drosseldüse in den Übungskopf und folgt dann selbst. Der im Übungskopf entstehende Überdruck drückt sodann das Wasser über das Ausströmventil aus. Wenn aber aus irgendeinem Grunde die Wasserschlagklappe oder die Sperrung versagt, wird der Torpedo absacken. Der mit zunehmender Tiefe zunehmen-de Wasserdruck wirkt auch auf die Membrane der Tiefenausblasevorrichtung. Die Druck-platte (Abb. 20/21) wird gegen den Druck der für eine bestimmte Tiefe (etwa 24 m) ein-gestellten Tiefenfeder nach unten gedrückt. Die eingeschraubte Zugspindel zieht über den Kupplungshebel auch den Ventilhebel nach unten, der mit seiner Einstellschraube auf das Ausblaseventil drückt. Der weitere Verlauf spielt sich wie bereits geschildert ab.

D. Doppelventil mit Ausströmventil

(Abb. 4 – 7)

Das Ausstörmventil mit Doppelventil hat die Aufgabe, die völlige Entleerung des Übungs-kopfes auch bei nach vorn oder hinten geneigtem Torpedo zu gewährleisten und das Ein-dringen von Seewasser zu verhindern. An den T-förmigen Gehäuse des Doppelventils, das mit zwei Schrauben an einem Steg der Kopfhülle befestigt ist, sind die beiden mit Dicht-bunden versehenen Querrohre durch zwei Preßschrauben gehalten.

Zwei Ventile, die mit ihren Führungsrippen im Gehäuse geführt sind, sind durch eine Ver-bindungsstange verbunden. Die Verbindung ist derart, daß je nach Lage des Torpedos ein Ventilkörper sich durch sein Eingengewicht gegen einen Ventilsitz im Gehäuse legt, wäh-rend der andere Ventilkörper durch die Verbindungsstange von seinem Sitz gehoben wird. Das Doppelventil ist durch das Ausströmrohr mit dem Ausströmventil verbunden, das durch einen Gewindering an einem Flansch des Übungskopfes gehalten ist.

In das Ausströmventilgehäuse ist ein Ventileinsatz eingeschraubt, der dem Ventilteller als Sitz und dem hohlen Ventilschaft als Führung dient. Eine Ventilspindel, die in einen Anguß des Gehäuses geschraubt ist, ragt in den hohlen Ventilschaft und trägt an ihrem Ende einen Federteller. Auf diesen legt sich die im Ventilschaft ruhende Ventilfeder. Der hohle Ventilschaft wird durch eine in den Ventilteller geschraubte Verschlußschraube verschlos-sen.

Wirkungsweise

Vor dem Übungsschuß wird der Übungskopf über die Wasserfüllverschraubung mit Süß-wasser gefüllt. Wenn nun am Ende der Laufstrecke die Ausblasevorrichtung ausgelöst werden, drückt die austretende Preßluft auf das im Übungskopf befindliche Wasser. Die-ses wird nun bei waagerechter Lage des Torpedos in die beiden Querrohre durch das Doppelventil in das Ausströmrohr gedrückt, hebt gegen den Druck der Ventilfeder den Ausströmventilteller hoch und tritt aus. Neigt sich der Torpedo nach vorn, so fällt auch der Ventilkörper nach vorn, öffnet den nach vorn (unten) gelegenen Ventilsitz voll und verschließt den nach hinten (oben) gelegenen. Neigt sich der Torpedo nach hinten, so öffnet sich der hintere Ventilsitz und der vordere wird verschlossen. Da sich gegen Ende des Ausblasens das Wasser an der tiefsten Stelle sammelt, kann dieses somit durch einen immer nach unten offenen Ventilsitz und das zugehörige Querrohr hinausgedrückt werden.

I. Allgemeine AngabenIII. Kessel