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| Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung |
| Inhaltsverzeichnis |
| VIII. Gesamtwirkung der Torpedoeinrichtung |
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(Abb. 117) |
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Vor dem Schuß bzw. Abwurf wird der Kessel auf 200 kg/cm² mit Luft, die Wasserkammer mit Süßwasser, die Brennstoffgefäße mit Dekalin und die verschiedenen Ölgefäße mit Öl gefüllt. Das Kesserabsperrventil ist geöffnet, das Luftruder angesetzt und die Stoppvor-richtung auf eine bestimmte Laufstrecke eingestellt. |
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Wenn nun beim Abwurf der Öffnungshebel gelegt wird, strömt HD-Luft über das Kesselab-sperrventil, Rückschlagventil, Absperrventil zum GA und Luftbahnregler und bläßt deren Kreisel an. Ein Teil dieser Luftmenge wird vom Regler für GA auf 15 kg/cm² gemindert und dient als Nachblaseluft für den GA, als Steuerluft für GA und Luftbahnregler sowie zur Be-tätigung des Ingangsetzungsapparates. Die Hauptluftmenge jedoch strömt zum Druckreg-ler und wird auf den Arbeitsdruck der Maschine herabgeregelt. Während des Luftweges gleicht der Luftbahnregler zusammen mit dem Luftruder Krängungen des Torpedos aus. Mit dem Eintritt des Torpedos in das Wasser wird das Luftruder abgestoßen und die Was-serschlagklappe gelegt. Sollte aus irgendeinem Grund die Wasserschlagklappe nicht gelegt werden und der Torpedo deshalb absacken, so tritt beim Unterschreiten einer einstellba-ren Tiefe der Ingangsetzungsapparat in Tätigkeit und legt zwangsläufig die Wasser-schlagklappe. Dadurch wird der Sperrschieber gezogen und der Druckregler läßt die gere-gelte Luft voll zum Verdampfer treten. Über den Vierwegehahn kommt ein Teil der Luft-menge zum Wasserbehälter und drückt das Wasser über den Vierwegehahn zum Ver-dampfer, wobei ein Teil des Wassers vom Vierwegehahn aus zu den Brennstoffgefäßen geleitet wird und auch Brennstoff über den Vierwegehahn zum Verdampfer drückt. Inzwi-schen wurde durch die in den Verdampfer tretende Luft der Zünder betätigt, der die bei-den Zündpatronen zum Brennen brachte. An deren heißer Flamme entzündet sich der fein zerstäubte und mit Luft durchmischte Brennstoff. Die sich entwickelende Hitze bringt das fein verteilt eintretende und im Verdampfer vorgewärmte Wasser zum verdampfen. Das entstehende Gas-Dampf-Gemisch strömt nun unter gleichbleibendem Druck der Maschine zu und wird von den Steuerschiebern vor oder hinter die Kolben der beiden Maschinenzy-linder verteilt. Der Kurbeltrieb setzt die axialen Bewegungen der Kolbenstangen in Dreh-bewegungen um, die dann durch ein Kegelradgetriebe vermindert auf die beiden Treib-schraubenwellen übertragen werden. Mit ihren auf den Enden aufgekeilten Treibschrau-ben geben sie dem Torpedo den Vortrieb. Die Umdrehungen der inneren Maschinenwelle werden zum Antrieb der Steuerschieber, der Öl- und Wasserpumpe sowie zum Antrieb der Stoppvorrichtung benutzt. |
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Beim Übungsschuß sperrt am Ende der eingestellten Laufstrecke die Stoppvorrichtung über das Absperrventil die Luftzufuhr ab. Die Maschine hört auf zu arbeiten und die Tor-pedogeschwindigkeit verringert sich. Wenn die Geschwindigkeit soweit gesunken ist, daß die Wasserschlagklappen des Übungskopfes durch ihre Federkraft aufgerichtet werden, oder der Torpedo auf eine bestimmte Tiefe abgesackt ist, beginnt die Ausblasevorrich-tung den Übungskopf auszublasen. Der ausgeblasene Übungskopf gibt dem Torpedo so-viel Auftrieb, daß er an der Oberfläche treibt und wieder eingeholt werden kann. |
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