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| Abwurfmunition-Torpedos - Munitions-Handbuch - Teil 1 Flugzeugtorpedo F5 5 w - Heft a: Beschreibung |
| Inhaltsverzeichnis |
| VII. Das Luftruder |
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(Abb. 123 – 127) |
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Das Luftruder hat die Aufgabe, den Torpedo während seines Luftweges in seiner Längs- und Querachse zu stabilisieren und evtl. auftretende Krängungen auszugleichen. |
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Eine große horizontale Flosse von Stromlinienform, die in der Mitte geteilt ist, trägt auf jeder der beiden Hälften eine durchgehende vertikale Flosse der gleichen Form und an ihren beiden Enden ein gesteuertes Querruder. An der einen Hohlzylinder bildenden Trenn-stelle wird das Luftruder durch vier Holzschrauben mit Muttern zusammengehalten. Die Holzschrauben führen durch einen kleinen Hohlraum, der jeweils von zwei an der Trenn-stelle auf die Flosse geschraubten Winkelstücken gebildet wird (Abb. 122, 124 und 127). In jedem dieser Hohlräume ist ein Messer gelagert, das mit seiner Schneide gegen den Schaft der Holzschraube liegt und mit seinem Ende in einem Mitnehmer greift. Diese Mit-nehmer sind an einer Federhülse angebracht, die mit einer Feder in dem Hohlzylinder der Flosse gelagert ist und mit ihrem Federteller gegen die Auspufföffnung am Torpedo drückt. Mit zwei Haltepratzen ist das Luftruder an den seitlichen Verbindungsstücken des Torpedo-Schwanzstückes, wie nachstehend beschrieben, gehalten (Abb. 125 u. 126). Auf jeder Seite können durch Aufrichten eines Auslösehebels zwei Riegel betätigt werden, die sich hinter einen durch die seitlichen Verbindungsstücke gesteckten Anschlag legen. Die Auslösehebel sind durch eine Schiebstange mit dem Hebel einer geteilten Verbin-dungswelle verbunden, so daß die beiden Schubstangen und damit auch die Auslösehebel gleichzeitig betätigt werden. In eine Aussparung der Schubstangen greift jeweils ein Kniehebel, der mit einer Knickfeder verbunden ist und der dadurch den Auslösehebel über die Schubstange in einer der beiden möglichen Stellung festhält. |
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Die Steuerung der beweglichen Luftruder erfolgt durch den Luftbahnregler von dem Kerb-zahnrad des Schwanzstückes aus auf die ebenfalls mit einem Kerbzahnrad versehene Übertragungswelle im Luftruder. Dieses zweite Kerbzahnrad sitzt auf einer Hüplse, die axial verschiebbar mit der Übertragungswelle verbunden ist und durch die Kupplungsfeder mit dem Kerbzahnrad des Schwanzstückes in Eingriff gehalten wird. Auf dem hinteren Ende der Übertragungswelle sitzt ein Kegelrad, in das zwei weitere Kegelräder eingreifen, von denen eines durch eine kurze Welle mit dem rechten Querruder und das andere durch die geteilte Querwelle mit dem linken Querruder verbunden ist. Die Verbindung zwischen Querruder und Welle erfolgt durch Schraubenbolzen am äußeren Ende des Querruders. |
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Wirkunsgweise (Abb. 126 u. 127) |
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Wenn während des Luftweges des LT dieser krängt, so veranlaßt der Luftbahnregler, wie bereits geschildert, entsprechenden Ruderausschlag der Querruder. Durch die Anordnung der zwei sich gegenüberliegenden Kegelräder der Übertragungswelle erfolgen immer Aus-schläge der beiden Querräder, jedoch in entgegengesetzter Richtung. Mit dem Eintritt des LT in das Wasser hat das Luftruder seinen Zweck erfüllt und muß abgestoßen werden. |
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Beim Aufschlag auf das Wasser drückt dieses gegen die beiden seitlichen Auslösehebel und legt sie um, wodurch die Verriegelung gelöst und das Luftruder abgestreift wird. Soll-te aber aus irgendeinem Grund die Vorrichtung versagen, so werden die beim Anspringen der Maschine austretenden Auspuffgase den gegen den Auspuff liegenden Federteller zu-rückdrücken, wobei durch die Mitnehmer der Federhülse die Schermesser nach hinten ge-zogen werden. Die Holzverbindungsschrauben werden durchschnitten und das Luftruder zerfällt, sich vom Torpedo lösend, in zwei Teile. |
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