2. Allgemeine Angaben; II. MunitionInhaltsverzeichnis
Schußtafel für die schwere Feldhaubitze 25 (t)
2. Allgemeine Angaben
II. Munition

1a. Um den Einfluß verschiedenartiger Pulverlieferungen, Kartuschhülsen und Führungs-bänder auf die Geschoßstreuung auszuschalten, ist folgendes zu beachten:

Für einen Schießauftrag sind nach Möglichkeit nur
Ladungen gleicher Pulverlieferung,
Kartuschhülsen gleicher Fertigungsart und
Geschosse gleicher Art mit gleichen Führungsbändern

zu verwenden. Sonst entstehen unregelmäßige, größere Streuungen, durch die die schnelle Erfüllung des Schießauftrages und somit der Erfolg in Frage gestellt wird.

1. Die Angaben dieser Schußtafel gelten für schußtafelmäßiges Geschoßgewicht der schußfertigen Geschosse mit den in nachstehender Übersicht aufgeführten Zündern:

  Geschoßart Zünderart1) Schußtafelmäßiges Ge-
schoßgewicht, schußfertig
kg
 
         
 

15 cm A.Z.Gr. 29 (t)

Auschlagzünder
SKZ (t)
oder
Aufschlagzünder
SKHZR (t)
42,00  
 

 

   
 

15 cm Min.Gr. 28 (t)

Bodenzünder
DVZR (t)
 
 

 

     
 

15 cm Dopp.Z.Gr. 25 (t)

Doppelzünder 25 (t) 42,39  
         

Geschosse, die keine Gewichtsklassenbezeichnung (römische Ziffern I bis V) tragen, ge-hören zur Gewichtsklasse III.

Die Sprenggranaten mit empfindlichen A.Z. und Dopp.Z. sind zur Bekämpfung von offenen lebenden Zielen und von Zielen in Schützenlöchern geeignet. Minengranaten mit ihrer un-empfindlichen Trägheitszündung eignen sich hierzu nicht. Selbst bei o.V.-Stellung dringen die Minengranaten zu tief in den Boden ein, wodurch die wirksame seitliche Splitterwir-kung verlorengeht. Minengranaten und auch Spreng-granaten sind geeignet, Ziele in feld-mäßigen Deckungen oder in Häusern leichter Bauart zu bekämpfen. Wirkung gegen Beton-ziele oder massive Steinbauten ist jedoch nur mit der Minengranate zu erwarten. Der Be-schuß von senkrechten Betonzielen ist in der unteren Winkelgruppe mit der 4. Ladung auf Entfernungen bis 3000 m durchzuführen. Richtliniene für den Beschuß von Betonzielen sind in der Schußtafel H.Dv. 119/507, Seite 246, gegeben.

Die Tugradichtung, die in den Ringnuten der Führungsringe enthalten ist, darf nicht ent-fernt werden.

Die Geschosse müssen kräftig angesetzt werden, sonst gleiten sie beim Nehmen der Rohrerhöhung in den Ladungsraum zurück, wodurch beim Schuß Rohrdetonierer entstehen können.

2. Für die Bekämpfung von Kampfwagen (Kampfentferung bis 1500 m) dient die 15 cm A.Z.Gr. 29 (t) mit Aufschlagzünder SKZ (t) oder Aufschlagzünder SKHZR (t),

beide Zünder in Stellung o.V. Die Geschosse sind mit der 4. Ladung zu verfeuern. Für diesen Zweck ist die auf der Aufsatztrommel befindliche Meterteilung der 4. Ladung (un-tere Winkelgruppe) zu benutzen.

3. Splitterwirkung der 15 cm A.Z.Gr. 29 (t) und der 15 cm Dopp.Z.Gr. 25 (t):

  Zünder Zünder-
stellung
Aufschlagwinkel
bzw.
Sprenghöhe
Splitterwirkung
nach
 
  jeder Seite vorwärts  
             
  Aufschlag-
zünder
SKZ (t)
Aufschlag-
zünder
SKHZR (t)
o.V. Aufschlagwinkel
bis etwa 450
45 m 20 m  
             
  desgl. desgl. Aufschlagwinkel
über 450
50 m 23 m  
             
  desgl. m.V.
(Abpraller)
Sprenghöhe bis
10 m aufwärts
65 m 25 m  
             
  Doppel-
zünder
25 (t)
Zeitzünder Sprenghöhe
10 - 30 m
mit zunehmender Sprenghöhe abnehmende
Splitterwirkung
 
         
  Sprenghöhe
über 30 m
keine keine  
             

Bei Übungen darf bei Nahverteidigungsaufgaben die kürzeste Schußentfernung mit Rück-sicht auf die Splitterreichweite

bei scharfen Geschossen nicht kleiner als 600 m und
bei Üb.-Geschossen nicht kleiner als 300 m

sein.

4. Der Aufschlagzünder SKZ (t) und der Aufschlagzünder SKHZR (t) sind sprengkräf-tige, empfindliche Kopfzünder. Sie können mit und ohne Verzögerung verfeuert werden. Die Verzögerung beträgt etwa 0,12 Sek. Für den Transport sind die Zünder auf »ohne Verzögerung« eingestellt.

Vor dem Gebrauch des Geschosses ist die am Zünder festgelötete Schutzkappe durch Losreißen des mit einem Abreißring versehenen Blechstreifens senkrecht zur Geschoßach-se zu entfernen.

Soll mit Verzögerung geschossen werden, so ist das Geschoß senkrecht hinzustellen. In dieser Stellung ist der Zünderkörper mit dem »Verzögerungsschlüssel M 30« im entgegen-gesetzten Sinne der Uhrzeigerrichtung bis zum Anschlag herauszuschrauben. Dadurch fällt im Innern des Zünders eine Kugel vor den »o.V.-Zündkanal«. Dann ist der Zünderkör-per wieder bis zum Anschlag einzuschrauben. Jetzt ist der Zünder auf »m.V.« eingestellt. Auf »m.V.« eingestellte Zünder sind daran kenntlich, daß der Zünderkörper nicht so tief eingeschraubt ist wie bei »o.V.-Stellung«.

Bei nichtverfeuerten Geschossen sind auf »m.V.« gestellte Zünder auf »o.V.« zurückzu-stellen. Hierzu ist der Zünderkörper bei stehendem Geschoß bis zum Anschlag herauszu-schrauben. Das Geschoß ist sodann umzulegen; in dieser Lage ist der Zünderkörper wie-der fest einzuschrauben.

Bei Zünderstellung auf Verzögerung entstehen auf ebenem, hartem Gelände bei Auf-schlagwinkeln unter 360¯ Abpraller. Zum Durchschlagen von Deckungen sind Aufschlag-winkel von mindestens 500¯ erforderlich.

Bei Verwendung der Zünder ist besonders darauf zu achten, daß die Flugbahn vor der Mündung frei von allen Hindernissen, auch Zweigen, Blättern u. dgl., ist. Andernfalls kön-nen bei der großen Empfindlichkeit der Zünder, deren Rohrsicherheit sofort nach Verlas-sen der Mündung aufgehoben wird und die sich von da ab in Scharfstellung befinden, Frühzerspringer auftreten, die die Bedienung gefährden.

5. Der Bodenzünder DVZR (t) ist ein sprengkräftiger Aufschlagzünder. Im Geschoß ein-geschraubt, ist er durch die Deckplatte zum Granatboden nach außen verdeckt und daher nicht sichtbar. Der Zünder kann mit und ohne Verzögerung verfeuert werden. Die Verzö-gerung beträgt 0,25 Sek.

Soll ohne Verzögerung geschossen werden, so ist das Geschoß so in das Rohr einzuset-zen, daß der rote Pfeil auf dem Geschoßboden nach oben zeigt. Bei liegendem Geschoß ist der am Geschoßzapfen angebrachte rote Farbstrich von oben sichtbar. Bei Geschos-sen neuerer Fertigung ist der rote Strich mit »o.V.« beschriftet.

Soll mit Verzögerung geschossen werden, so ist das Geschoß so in das Rohr einzusetzen, daß der rote Pfeil senkrecht nach unten (zur Erde) zeigt. Bei liegendem Geschoß ist der am Geschoßzapfen angebrachte weiße Farbstrich von oben sichtbar. Bei Geschoßen neu-erer Fertigung ist der weiße Strich mit »m.V.« beschriftet.

Um das Geschoß auch bei Dunkelheit richtig ansetzen zu können, ist der rote Pfeilstrich auf dem Geschoßboden durch Körnerpunkte fühlbar gekennzeichnet.

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