Allgemeine Angaben; II. MunitionInhaltsverzeichnis
Schußtafel für das 10,5 cm LG 42 und 10,5 cm LG 42/1
Allgemeine Angaben
II. Munition

1. Die Angaben dieser Schußtafel gelten für schußtafelmäßiges Geschoßgewicht des schußfertigen Geschosses mit den in nachstehender Übersicht aufgeführten Zündern:

 

Geschoßart

Zünderart

Schußtafelmäßiges
Geschoßgewicht
schußfertig
kg

 
         
 

F.H.Gr. FES
F.H.Gr. 38 FES
F.H.Gr. 38 Stg FES
F.H.Gr. 41

A.Z. 23 v. (0,15)
A.Z. 23 (Pr)
Dopp.Z. S/60 Fl*
Dopp.Z. S/60 s.

14,81

 
         

Bei Granate, die keinen Rauchentwickler enthalten, ist auf dem zylindrischen Teil und auf dem Geschoßboden hinter der Geschoßbezeichnung das Kennzeichen oR aufschabloniert.

2. Für die Bekämpfung von Kampfwagen (Kampfentfernung bis 1500 m) dienen die 10 cm Gr 39 Hl mit A.Z. 38, an deren Stelle im Notfall auch Sprenggranaten mit A.Z. in Stellung o.V. zu verwenden sind. Die Geschosse sind großer Ladung zu verfeuern. Wegen Benutzung der Meterteilung vgl. I. Gerät, Ziffer 10.

Außer zur Kampfwagenbekämpfung können die 10 cm Gr 39 Hl, im Notfall bei beobachte-ten Schießen auch gegen lebende Ziele verwendet werden. Für weitere Entfernungen, also von 1500 m bis 6000 m, gilt die schwarze Meterteilung der F.H.Gr. 41 als Anhalt.

Bei großer Ladung und einem Geschoß-Mittelgewicht von 11,76 kg beträgt die Anfangs-geschwindigkeit (V0) der 10 cm Gr 39 Hl 380 m/s.

3. Splitterwirkung der F.H.Gr. FES, 38 FES, 38 Stg FES und F.H.Gr. 41:

  Zünder Zünder-
stellung

Aufschlagwinkel
bzw. Sprenghöhe

Splitterwirkung nach  
  jede Seite vorwärts  
   
  A.Z. 23
v. (0,25)
A.Z. 23 (Pr)
o.V. Aufschlagwinkel
bis etwa 450–
30 m 10 m  
  desgl. desgl. Aufschlagwinkel
über 450–
40 m 10 m  
  desgl. m.V.
(Abpraller)
Sprenghöhe bis
10 m aufwärts
30 - 40 m 10 - 15 m  
  Dopp.Z.
S/60 Fl*
Zeit-
zündung
Sprenghöhe
10 - 30 m
mit zunehmender
Sprenghöhe abneh-
mende Splitterwirkung
 
  Dopp.Z.
S/60 v
Sprenghöhe
über 30 m
keine keine  
   

Bei Übungen darf bei Nahverteidigungsaufgaben die kürzeste Schußentfernung mit Rück-sicht auf die Splitterreichweite

bei scharfen Geschossen nicht kleiner als 400 m,
bei Üb.-Geschossen nicht kleiner als 200 m

sein.

4. Der A.Z. 23 v (0,15) und der A.Z. 23 (Pr) (0,15) sind schußfertig. Sie können mit und ohne Verzögerung verfeuert werden; die Verzögerung beträgt 0,15 Sekunden. Die Verzögerung wird mit dem »Stellschlüssel für A.Z. 23« eingestellt. Für den Transport sind die Zünder auf »ohne Verzögerung«  (»o.V.«) eingestellt. Zum Umstellen auf »m.V.« ist der Stellbolzen mit dem Stellschlüssel um 90° zu drehen, so daß die Einstellmarke des Stellbolzens in Richtung der Buchstaben »M« und »V« liegt. Bei nichtverfeuerten Ge-schossen sind die Zünder auf »o.V.« zurückzustellen. Die Einstellmarke des Stellbolzens zeigt auf »0«.

Bei Zünderstellung auf Verzögerung entstehen auf ebenem, hartem Gelände bei Auf-schlagwinkeln unter 360¯ Abpraller. Zum Durchschlagen von Deckungen sind Aufschlag-winkel von mindestens 500¯ erforderlich.

Bei Verwendung der Zünder ist besonders darauf zu achten, daß die Flugbahn vor der Mündung frei von allen Hindernissen, auch kleinen Zweigen, Blättern u. dgl., ist. Andern-falls können bei der großen Empfindlichkeit der Zünder, deren Rohrsicherheit sofort nach dem Verlassen der Mündung aufgehoben wird und die sich von da ab in Scharfstellung befinden, Frühzerspringer auftreten, die die Bedienung gefährden.

5. Der Dopp.Z. S/60 Fl* und der Dopp.Z. S/60 v sind als Aufschlagzünder schußfertig. Sollen die Zünder ausnahmsweise als Aufschlagzünder verfeuert werden, so ist darauf zu achten, daß sie genau auf Nullstellung stehen, da sie sonst als Zeitzünder scharf werden und die eigene Truppe gefährden. Bei Verwendung als Zeitzünder müssen die Dopp.Z. mit dem »Stellschlüssel für Dopp.Z. S/60 und Zt.Z. S/30« auf die in der Spalte 5 (Zünderstel-lung) der Kommandotafel angegebenen Werte gestellt werden. Diese Werte gelten für 0 m Restflugweite für die Mündungswaagerechte. Bei Zündern älterer Fertigung ist »Nute über Nute«, bei solchen neuerer Fertigung »Pfeil auf Markenstrich« die Nullstellung. Am Stellschlüssel ist die »Einstellmarke auf der Null (Kreuz)« die Nullstellung. Von diesem Punkt aus ist der Umfang des Stellschlüssels in 360° eingeteilt. Die Teilung ist von 15° bis 350° von Grad zu Grad auf dem Schlüssel eingraviert. Der Stellschlüssel wird auf die in der Kommandotafel gefundene Stellschlüsselzahl eingestellt und so über den Zünder ge-steckt, daß die obere Nase des Stellschlüssels in die Nut an der drehbaren Kappe des Zünders eingreift und dann so lange nach rechts gedreht, bis die untere Nase in die Nut am Zünderkörper einschnappt. Bei nichtverfeuerten Geschossen sind eingestellte Dopp.Z. wieder auf Null zu stellen. Das Zurückstellen geschieht mit dem auf Null gestellten Stell-schlüssel auf dieselbe Weise.

Während des Transportes müssen die Dopp.Z. aus Sicherheitsgründen in Nullstellung stehen.

Die für Schießen bei großer Kälte geeigneten Dopp.Z. sind mit K gekennzeichnet. Dopp.Z. S/60 v, deren Zünderkörper aus Stahl gefertigt sind, sind nicht besonders gekennzeich-net.

Infolge der im Zünder befindlichen »Zeitsicherung« befinden sich die Dopp.Z. als Zeitzün-der nach etwa 0,4 Sekunden Flugzeit, als Aufschlagzünder dagegen sofort, nachdem das Geschoß das Rohr verlassen hat, in Scharfstellung. Bei Verwendung als Aufschlagzünder ist darauf zu achten, daß der Zünder genau auf »Nullstellung« steht, damit er nicht über die Zeitzündung scharf wird und die eigene Truppe gefährdet. Außerdem ist der letzte Absatz der vorstehenden Ziffer 4 zu beachten.

5. Der A.Z. 38 ist ein empfindlicher, sprengkräftiger Fertigaufschlagzünder. Er hat keine Verzögerung. Bei Aufschlagwinkeln unter 270¯ muß auf ebenem Gelände mit dem Auftre-ten von Blindgängern bzw. Abprallern gerechnet werden. Der Zünder kann im zweiten Aufschlag scharf werden.

Zum Bekämpfen von Zielen hinter Gebüsch usw. ist der aus Aluminium gefertigte A.Z. 38 mit einer Aufsteckkappe zu versehen. Dadurch wird die Empfindlichkeit so weit herabge-setzt und erreicht, daß der Zünder nicht schon im Gebüsch gezündet wird und mithin die Granate gegen das Ziel zur Wirkung gelangt. Die Kappe wird über den Zünder gestülpt und durch einen leichten Hammerschlag so weit aufgetrieben, bis der unter Kappenrand auf dem Geschoßkopf aufsitzt. Es ist darauf zu achten, daß die Kappe fest auf dem Zün-der sitzt, damit sie beim Ansetzen der Granate nicht abfällt.

Der A.Z. 38 befindet sich sofort nach dem Verlassen des Rohres in Scharfstellung. Bei seiner Verwendung ist deshalb der letzte Absatz der vorstehenden Ziffer 4 zu beachten.

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